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Stephan von Neidenburg
Er wurde etwa 1412 in Neidenburg geboren. 1435 nahm er ein Studium in Wien auf. 1442 wurde Stephan Notar des Bischofs von Pomesanien an dessen Sitz Riesenburg (polnisch Prabuty). 1448 wechselte er in die gleiche Tätigkeit beim Hochmeister des Deutschen Ordens, die er bis 1467 ausübte. Zugleich wurde er ermländischer Domherr. 1480 erhielt er die päpstliche Provision zum Bischof von Kulm mit Sitz in Löbau (polnisch Lubawa). Seine Bischofsweihe erfolgte 1481. Stephan war bis zu seinem Tod im Jahr 1495 Bischof von Kulm.
Johannes Radomski
Er war Diakon und 1562 - 1572 Pfarrer in Neidenburg. Radomski übersetzte das Augsburgische Glaubensbekenntnis ins Polnische.
Christoph Hartknoch
Der Experte für die Geschichte und Entwicklung Preußens und Polens im Mittelalter Christoph Hartknoch kam 1644 in Jablonken, Kreis Ortelsburg, in einer kinderreichen Familie des Pastors und Dorflehrers auf die Welt. Der Junge verbrachte seine Kinderjahre unter Dorfkindern, wo deutsch und masurisch gesprochen wurde.
Die Familie zog um 1650 nach Passenheim. Hier besuchte er die Pfarrschule und erlebte die Zerstörung Passenheims durch die Tataren.
In Königsberg studierte er Theologie, doch ohne Hilfe durch die verstorbenen Eltern musste er das Studium abbrechen. Hartknoch wurde Hauslehrer in Kaunas und 1666 Rektor der evangelischen Schule in Vilnius. 1667 kehrte er nach Königsberg zurück, um das abgebrochene Studium fortzusetzen. Die Mittel hierzu verdiente er sich als Erzieher zweier Söhne einer vermögenden Familie. 1672 bekam Hartknoch das Diplom des Philosophiemagisters.
1679 erschien sein Werk "Alt- und Neues Preußen" über Geschichte, Bräuche und Sprache der Prußen und die Eroberung und Verwaltung Preußens durch den Deutschen Orden in lateinischer Sprache. Ebenfalls in lateinischer Sprache schrieb er das Werk "Republik Polen, in zwei Büchern kundgegeben", welches die Geschichte und Entwicklung der Gesellschaftsordnung sowie der politischen und Rechtseinrichtungen im Königreich Polen (einschließlich Litauen) über 300 Jahre analysierte.
1677 wurde der Gelehrte als Direktor des Gymnasiums in Thorn berufen. Er erweiterte seine historischen Studien auf Pommern und die baltischen Landschaften Schamaiten und Kurland. Diese Studien führten zu weiteren wissenschaftlichen Abhandlungen. Er verfasste zwei Monografien über Preußen von der vorchristlichen Zeit bis zu seiner Gegenwart: "Altes und Neues Preußen, oder preußischer Historien zwey Theile" (1684) und "Preußische Kirchenhistorie" (1686). Außerdem schrieb er eine Abhandlung über Nicolaus Copernicus und die "Preußen Historia", in der er seine Zeitgenossen beschrieb, sie illustrierte und Bezug auf ihre Geschichte und Kultur nahm.
Christoph Hartknoch starb 1687 in Thorn.
Jan Moneta
Er wurde 1659 in Marggrabowa geboren. Moneta war Lehrer der polnischen Sprache am akademischen Gymnasium in Danzig.
Albrecht Konrad Finck von Finckenstein
Generalfeldmarschall Reichsgraf Albrecht Konrad Finck von Finckenstein wurde am 30. 10. 1660 in Saberau geboren. Er genoss eine sorgfältige Erziehung und trat 1676 als Soldat in niederländische Dienste. Nach der Gefangennahme durch die Franzosen diente er für diese 3 Jahre als Soldat in Spanien, ehe er zum Offizier befördert wurde. Finck von Finckenstein wurde dann brandenburgischer Major. Er nahm an Feldzügen der Nordischen Kriege und des Spanischen Erbfolgekriegs teil. 1704 wurde er Erzieher des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I. und danach des neuen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich II. des Großen. 1729 schied er aus dem Dienst aus. Finck von Finckenstein wurde mit dem höchsten preußischen Orden "Schwarzer Adler" ausgezeichnet. Er starb am 16. 12. 1735 in Berlin.
Georg Andreas Helwing
Magister Georg Andreas Helwing wurde am 14. 12. 1666 in Angerburg als Sohn des Pfarrers geboren. Seinen ersten Unterricht erhielt er auf der Lateinschule in Angerburg. Anschließend besuchte er die Löbenichtsche Stadtschule in Königsberg. Ab 1684 studierte er an der Universität Königsberg Theologie und Philosophie, ab 1687 an der Universität Wittenberg, 1688 an den Universitäten Leipzig und Jena. Er erwarb am 11. 10. 1688 in Jena die Würde eines Magisters. Helwing beschäftigte sich dort mit der Botanik, einem Interessengebiet, das ihn schon in seiner frühesten Jugend angezogen hatte. So ist er wegen seiner Systematik der Pflanzen bekannt geworden. Er bereiste Holland und Italien. 1691 kehrte er als Adjunkt seines Vaters nach Angerburg zurück. 1705 wurde er Pfarrer in Angerburg und 1725 Propst des Angerburger und Lötzener Distrikts. Helwing starb am 3. 1. 1748 in Angerburg.
Auswahl von Schriften:
Flora quasimodegenita svie enumeratio aliquot plantarum indigenarum (1712): 280 bis dahin in Preußen nicht entdeckte Pflanzen
Litographia Angerburgica (1717 - 1720): Mineralien der engeren Heimat
Schriftenreihe "Breslauer Sammlungen der Natur und Medizin" (1717 - 1725): mehrere Beiträge
Florae Campanac (1720)
Supplementa Florae Prussica (1726): weitere bis dahin in Preußen nicht entdeckte Pflanzen
Jerzy (Georg Christoph) Pisanski
Pisanski wurde am 13. 8. 1725 in Johannisburg geboren. Er verfasste eine Geschichte Preußens. Pisanski starb 1790.
Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff
Reichsgraf Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff wurde 1727 geboren. Er begann 1746 den Dienst am Hof des preußischen Königs Friedrich II. des Großen als Legationsrat. 1747 wurde er Kammerherr der Königin Elisabeth Christine. 1775 schied er aus dem Hofdienst aus. Er starb 1811 im Schloss Steinort.
Michael Pogorzelski
Michael Pogorzelski wurde 1737 in Lepacken geboren. Er besuchte die Provinzialschule in Lyck und ab 1754 das Altstädtische Gymnasium in Königsberg, wo er das Abitur mit Ausgezeichnet ablegte. Er nahm 1762 das Studium der Theologie an der Albertina auf. 1769 wurde er Organist und Schulcollega in Ragnit, 1772 Schuldirektor in Kutten und 1780 - 1788 Gemeindepfarrer in Kallinowen. Er predigte in Masurisch; der Ruf seiner mitunter extravaganten Predigten drang bis zu den Königsberger Studenten. Er verfasste Gedichte in Deutsch und Polnisch, manche notierte er auf den Seitenrändern kirchlicher Dokumente. Er sprach auch litauisch. Pogorzelski starb 1798 in Kallinowen. Er hatte sich bei der Rettung eines auf dem zugefrorenen See eingebrochenen Fuhrwerks und seiner Menschen eine tödliche Lungenentzündung geholt.>
Johannes Goerke
Dr. Johannes Goerke wurde am 3. 5. 1750 in Sorquitten als Sohn des Pastors Jan Goerke geboren. Ab 1797 General-Stabs-Chirurgus im preußischen Heer, wurde er zum Begründer des militärärztlichen Bildungswesens in Preußen. Goerke starb in Sanssouci.
Ludwig Franz Adolf Josef von Baczko
Der Historiker und Schriftsteller Ludwig von Baczko wurde am 8. 6. 1756 in Lyck geboren. Er schloss sein Jura-Studium 1777 in Königsberg ab. Im gleichen Jahr erblindete er völlig. Baczko war Geschichtslehrer an der Artillerie-Akademie Königsberg. Er arbeitete 1808 bis 1809 in der Königsberger Kammer des Tugendbundes (Sittlich-wissenschaftlicher Verein) mit und befasste sich mit der Thematik Volkswohlstand. 1816 wurde Baczko Vorsteher des Blindeninstituts Königsberg. Baczko starb am 27. 3. 1823.
Werke:
Handbuch der Geschichte, Erdbeschreibung und Statistik Preußens
Geschichte Preußens (1792 - 1800 in 6 Bänden)
Geschichte des 18. Jahrhunderts (4 Bände)
Geschichte der französischen Revolution (2 Bände)
Lehrbuch der vaterländischen Geschichte
Lehrbuch der Welt- und Menschengeschichte
Geschichte meines Lebens (3 Bände)
Folgen einer akademischen Mädchenerziehung mit unter einige Geniestreiche: Kein pädagogischer Roman
Er gab das Preußische Magazin zum Unterricht und Vergnügen heraus.
Krystyn Lach Szyrma
Der Schriftsteller und Gelehrte kam 1790 in Woinassen bei Marggrabowa zur Welt. Er war Professor für Philosophie an der Warschauer Universität.
August Friedrich Timotheus Czygan
Pastor Czygan wurde am 15. 11. 1789 in Ostrokollen geboren. Er war Rektor und Prediger in Bialla und ab 1814 Superintendent in Marggrabowa. Er gründete und redigierte die Zeitschrift "Nowiny o Rozszerzeniu Wiary Chrzescijanskiej" (Neuigkeiten über die Verbreitung des christlichen Glaubens). 1836 wurde er Vorsitzender der Synode masurischer Pastoren in Marggrabowa. Czygan starb am 23. 2. 1837 in Marggrabowa.
Martin Gerß
Der Schriftsteller Martin Gerß wurde 1808 geboren. Er war ab 1828 Kantor in Nikolaiken und ab 1835 Schulrektor in Seehesten. Er starb am 25. 3. 1895 in Lötzen.
Gustav Gisevius
Pastor Gustav Gisevius wurde 1810 in Johannisburg geboren. Er war Heimatforscher und verfasste das Werk "Polnische Sprachfrage in Preußen". Gisevius war Mitredakteur zweier masurischer Zeitungen. Er starb 1848.
Siegfried Heinrich Aronhold
Der Mathematiker Aronhold wurde am 16. 7. 1819 in Angerburg als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er besuchte nach der Volksschule das Gymnasium in Angerburg und nach dem Umzug der verwitweten Mutter das Altstädtische Gymnasium in Königsberg, wo er 1841 das Abitur ablegte. Danach studierte er bis 1845 an der Albertus-Universität zu Königsberg Mathematik, Astronomie und Physik, ohne ein Examen zu machen. In der Folgezeit beschäftigte er sich in Berlin mit Höherer Mathematik. Nach dem Erteilen von Privatstunden übernahm er ab 1851 Lehraufträge an der Bauakademie Berlin und 1852 - 1854 an der Artillerie- und Ingenieurschule Berlin. 1860 wurde er an der Bauakademie Berlin und an der Gewerbeakademie Berlin als Dozent fest angestellt. 1863 wurde Arnohold zum Professor ernannt. Er erhielt 1864 den Lehrstuhl für Reine Mathematik an der Gewerbeakademie. Arnoholds wesentliche wissenschaftliche Leistungen betreffen die Invariantentheorie. Die fundamentalen Differentialgleichungen der Invariantentheorie werden heute allgemein als Arnoholdsche Differentialgleichungen bezeichnet. Unter Mathematikern sind auch die Begriffe Aronhold-Prozess, Clebsch-Aronhold-Symbolik und Aronholds Satz über ebene Kurven 4. Ordnung bekannt. Die Getriebetechnik kennt das Theorem von Aronhold und Kennedy. Er war seit 1867 Mitherausgeber der Annali di Matematica. 1868 wurde er Ehrenmitglied der Studentenverbindung "Hütte" an der Gewerbeakademie und 1869 Korrespondierendes Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Arnohold erhielt 1883 den Roten Adlerorden 3. Klasse mit Schleife. Er starb am 13. 3. 1884 in Berlin.
Schriften:
Über die homogenen Funktionen dritter Ordnung von drei Veränderlichen (1849)
Über ein neues algebraisches Prinzip (1851)
Über eine fundamentale Begründung der Invariantentheorie (1863)
Über den gegenseitigen Zusammenhang der 28 Doppeltangenten einer allgemeinen Curve vierten Grades (1872)
Grundzüge der kinematischen Geometrie
Vorlesungen zur Differential- und Integral-Rechnung (Lehrbuch 1876)
Julius Gregorovius
Er wurde am 23. 8. 1819 in Tapiau (russisch Gvardejsk) geboren und wuchs auf der Burg Neidenburg auf. Er war Artillerie-Offizier und ab 1874 Oberst. 1883 verfasste er die Stadtgeschichte "Die Ordensstadt Neidenburg in Ostpreußen". Er wurde Ehrenbürger von Neidenburg. Gregorovius starb am 18. 7. 1891 in Planegg bei München.
Ferdinand Adolf Gregorovius
Gregorovius ist auch unter seinem ursprünglichen Namen Ferdinand Fuchsmund bekannt. Er wurde am 19. 1. 1821 in Neidenburg geboren und entstammte einer masurischen Pfarrers- und Juristenfamilie. Er begann seine Ausbildung an einer Privatschule in Neidenburg. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Gumbinnen von 1832 - 1838 studierte er bis 1843 Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte in Königsberg und promovierte zum Dr. phil. Nach zweijähriger Tätigkeit als Hauslehrer kehrte er nach Königsberg zurück und unterrichtete bis 1852 an einer Privatschule, gleichzeitig arbeitete er seit 1848 als Redakteur der "Neuen Königsberger Zeitung". 1852 - 1874 lebte er in Italien. Zu Beginn dieses Aufenthaltes bereiste er die unter geografischen und ethnografischen Aspekten zu Italien, politisch jedoch zu Frankreich gehörende Insel Korsika, ferner Elba und Capri. Später in München lebend, wurde er 1875 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Als erster Deutscher und als erster Protestant wurde Gregorovius 1876 Ehrenbürger Roms und außerdem Mitglied der römischen Accademia dei Lincei. 1880 bereiste er Griechenland und 1882 nach Ägypten, Syrien und Konstantinopel. Er verfasste historische und literarische Werke sowie Reise- und Landschaftsbeschreibungen und gilt als der Begründer der historischen Landschaftsschilderung. Gregorovius starb am 1. 5. 1891 in München.
Auswahl:
Konrad Siebenhorn`s Höllenbriefe an seine lieben Freunde in Deutschland (1843)
Werdomar und Wladislav. Aus der Wüste Romantik (2 Teile 1845)
Die Idee des Polenthum's. Zwei Bücher polnischer Leidensgeschichte (1848)
Die Polen- und Magyarenlieder (1849)
Göthe's Wilhelm Meister in seinen socialistischen Elementen (1849)
Der Tod des Tiberius (Tragödie 1851)
Geschichte des römischen Kaisers Hadrian und seine Zeit (1851)
Corsica (2 Bände 1854)
Wanderjahre in Italien (5 Bände 1856 - 1877)
Lieder des Giovanni Melivon Palermo (Übersetzung 1856)
Die Grabmäler der römischen Päpste. Historische Studien (1857)
Euphorion (Epos, 1858)
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter. Vom V. bis zum XVI. Jahrhundert (8 Bände 1859 - 1873)
Die Insel Capri (1868)
Lucrezia Borgia. Nach Urkunden und Korrespondenzen ihrer eigenen Zeit (2 Bände 1874)
Urban VIII. im Widerspruch zu Spanien und dem Kaiser (1879)
Briefe Alexanders v. Humboldt an seinen Bruder Wilhelm (Herausgeber 1880)
Athenaïs. Geschichte einer byzantinischen Kaiserin (1882)
Korfu, eine ionische Idylle (1882)
Una pianta di Roma delineata da Leonardo da Besozzo Milanese (Stadtplan Roms, Herausgeber 1883)
Kleine Schriften zur Geschichte der Kultur (3 Bände 1887 - 1892)
Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter. Von der Zeit Justinians bis zur türkischen Eroberung (2 Bände 1889)
Gedichte (1891)
Römische Tagebücher (1892)
Briefe an Staatssekretär Hermann von Thile (1894)
Barthel Heinrich Strausberg
Er wurde als Baruch Hirsch Strausberg am 20. 11. 1823 in Neidenburg geboren. Er lebte 1836 - 1855 als Bethel Henry Strousberg in England. Im Handelshaus seines Onkels erlernte er den Beruf eines Kaufmanns. Dort schrieb er für Journale und wurde Eigentümer von Sharpes "London Magazine". Er war für Lebensversicherungsgesellschaften tätig. Er lernte das Banken- und Börsenwesen kennen und erwarb sich einen Ruf als Wirtschaftsfachmann. 1861 - 1863 baute er mit englischem Kapital die privaten Eisenbahnlinien Tilsit - Insterburg und Königsberg - Lyck. Er engagierte sich beim Bau weiterer Eisenbahnlinien in Deutschland (Berlin - Görlitz, Rechte Oderuferbahn, Märkisch-Posener Bahn, Halle - Sorau, Hannover - Altenbeken), Russisch-Polen (Brest - Grajewo) und Ungarn (Nordostbahn). Seine Mitarbeiter projektierten die Strecken Sorau - Breslau, Leipzig - Eilenburg und Halle - Lehrte. Strausberg war Herausgeber der Tageszeitung "Die Post". Er baute einen Industriekonzern auf, der Lokomotivenbau (Egestorffsche Lokomotivenfabrik Linden bei Hannover 1868 - 1871), Walzwerke, Hochöfen und Bergwerke umfasste, und wurde in den Gründerjahren zu einem der reichsten Männer Deutschlands (Besitzer der Herrschaft Sbirow und des Schlosses Miröschau, beides in Böhmen). Er gehörte zu den sozial eingestellten Unternehmern. Ein missglückter Eisenbahnbau in Rumänien trieb ihn in den Konkurs. 1876 wurde Strausberg wegen Anstiftung zum Kreditvergehen aus Russland ausgewiesen. Strausberg starb am 31. 5. 1884 verarmt in Berlin.
Auswahl:
Dr. Strausberg und sein Wirken von ihm selbst geschildert (1876)
Fragen der Zeit, Teil 1: Über Parlamentarismus (1877)
Denkschrift über den Bau eines Nordostseekanals (1878)
Carl Gustav Sanio
Der Botaniker Sanio wurde 1832 in Lyck geboren. Er promovierte und habilitierte 1858 an der Universität Königsberg. Danach war er dort bis 1866 Privatdozent. Ab 1866 trieb er seine Studien in Lyck, wo er 1891 starb. Von Sanio stammen die wichtigsten Erkenntnisse über die Struktur und Bildung des Holzes der Kiefer.
Georg Graf von Lehndorff
Er wurde am 4. 12. 1833 in Masuren geboren und stand 1887 - 1912 als Oberlandstallmeister auf Gestüt Graditz an der Spitze der Preußischen Gestütsverwaltung. Graf von Lehndorff war Ehrenmitglied des Britischen Jockey-Clubs. 1881 erschien sein "Handbuch für Pferdezüchter" in Berlin. Er starb am 30. 4. 1914.
Paul Ferdinand Plinzner
Er wurde am 25. 1. 1855 in Eckersberg geboren. Plinzner war Dressurreiter und Hippologe und wurde der Reitlehrer von Kaiser Wilhelm II. 1885 veröffentlichte er die Aufzeichnungen des Pferdeexperten Steinbrecht unter dem Titel "Das Gymnasium des Pferdes". Plinzner schrieb auch "Ein Leben im Dienste der Reitkunst". Er starb 1920.
Jan Karol Sembrzycki
Er wurde 1856 in Marggrabowa geboren und war Redakteur der Zeitschriften "Mazur" (Masure) und "Mazur Wschodniopruski" (Ostpreußischer Masure) und Herausgeber von Kalendern.
Fritz Skowronnek
Fritz Skowronnek wurde 1858 im Forsthaus Schuiken bei Goldap geboren. Er wuchs im heutigen Lycker Stadteil Sybba auf. Er war Mittelschullehrer und Kreisschulinspektor, ab 1888 Journalist in Berlin und dann freier Schriftsteller. Er starb 1939 in Oranienburg bei Berlin.
Auswahl:
Masurenblut (Jagderzählungen, 1904)
Der Musterknabe (Roman, 1924)
Der Pollenflüchtling (Roman, 1925)
Der Muckerpfaff (Roman, 1928)
Der Wagehals (Roman, 1928)
Pan Kaminsky (Roman, 1928)
Der graue Stein (Roman, 1928)
Lebensgeschichte eines Ostpreußen
Richard Skowronnek
Richard Skowronnek wurde am 12. 3. 1862 im Forsthaus Schuiken bei Goldap geboren. Er wuchs im heutigen Lycker Stadteil Sybba auf. Er war Journalist und von 1887 - 1892 Feuilletonredakteur der "Frankfurter Zeitung", dann Dramaturg am Königlichen Schauspielhaus, Parlamentsberichterstatter in Berlin und Schriftsteller. Er schrieb Romane, Erzählungen, Lustspiele und dramatische Werke, teilweise volkstümlich. Richard Skowronnek lebte ab 1922 auf Gut Höckenberg bei Stettin (polnisch Szczecin) und starb am 17. 10. 1932.
Auswahl:
Das Bataillon Sporck (1912)
Muttererde (1916)
Schweigen im Walde (Roman, 1921)
Heimat, Heimat (Roman, 1927)
Das bisschen Erde (Roman, 1928)
Das rote Haus (Roman, 1928)
Der Bauer ohne Gott (Roman, 1929)
Bruder Leichtfuß (Roman, 1930)
Stein am Bein (Roman, 1930)
Sturmzeichen (1914), Das große Feuer (1930), Die schwere Not (1930) (Roman-Trilogie)
Der weiße Adler (Roman, 1930)
Morgenrot (Roman, 1930)
Pommerland (Roman, 1930)
Die Liebschaften der Käte Keller
Der Bruchhof (Roman)
Die beiden Wildtauben (Roman)
Grenzwacht im Osten (Roman)
Husarenfieber (Lustspiel)
Die Generalsecke (Lustspiel)
Rudolf Nadolny
Nadolny wurde am 12. 7. 1873 in Groß Stürlack geboren. Er studierte in Königsberg Jura. 1902 trat er in den auswärtigen Dienst ein, wo er 1907 zum Legationsrat, 1914 zum Vortragenden Rat und 1917 zum Geheimen Legationsrat avancierte. Während des 1. Weltkriegs war Hauptmann Nadolny als Leiter der Politischen Abteilung IIIb des Generalstabs von September 1914 bis Juli 1916 mit der Durchführung eines Programms der mikrobiologischen Kriegsführung betraut, das die Infizierung des Heerespferdebestands der USA, von Rumänien, Spanien, Portugal, Frankreich und Italien vorsah. Später nahm er seitens des Deutschen Reichs an der Ausarbeitung des Genfer Protokolls teil, das den Einsatz von biologischen Waffen verbietet. Er leitete die Vertretungen des Deutschen Reichs in Persien, Schweden (1920 - 1924 Gesandter), der Türkei (1924 -1933 Botschafter) und in der Sowjetunion (1933 - 1934 Botschafter). 1919 - 1920 war er Leiter des Büros des Reichspräsidenten. Nadolny hatte entscheidenden Einfluss auf die Planungen für die 1927 / 1928 erbaute deutsche Botschaft in Ankara und gab den Typus eines preußischen Landhauses vor. Nadolny war 1932 - 1933 Chef der deutschen Delegation auf der Abrüstungskonferenz in Genf. 1945 wurde er Vorsitzender des DRK. In den frühen Nachkriegsjahren tendierte Nadolny dazu, an die deutsch-russische Zusammenarbeit anzuknüpfen. Er starb am 18. 5. 1953 in Düsseldorf.
Werk:
Zur Musenstadt zog ich hinaus (Text für ein Studentenlied)
Robert Budzinski
Der Zeichner, Illustrator, Schriftsteller und Lehrer Robert Budzinski wurde am 5. 4. 1874 in Klein Schläfken, Kreis Neidenburg, geboren. Er lebte in Konitz (polnisch Chojnice), Königsberg und Marburg / Lahn. Er war in der Wandervogelbewegung aktiv. Budzinski illustrierte seine Bücher reich mit Holzschnitten. Budzinski starb am 27. 2. 1955 in Marburg.
Auswahl:
Die Entdeckung Ostpreußens
Kur Neru (Kurische Nehrung)
Der Mond fällt auf Westpreußen
Walter Kollo
Walter Kollo wurde am 28. 1. 1878 in Neidenburg als Elimar Walter Kollodzieyski geboren. Sein Vater war Kaufmann und seine Mutter Konzertpianistin. Er absolvierte ein Musikstudium in Sondershausen und das Friedenskolleg in Königsberg. Kollo wurde Lehrling in einer Musikalienhandlung und Korrepetitor und Schüler bei einem Kapellmeister. Über Stettin gelangte er 1906 nach Berlin und wurde dort Kapellmeister. Nach dem 1. Weltkrieg schrieb er Musiken zu Stummfilmen. Ab 1923 war er Komponist des Admiralspalastes. Kollo war Komponist zahlreicher Operetten, Singspiele und Revuen. Kollo starb am 30. 9. 1940 in Berlin. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Evangelischen Friedhof der Sophiengemeinde II in Berlin-Mitte.
Werke:
Posse (mitbeteiligt): Große Rosinen (1911): Pauline geht tanzen; Mädel, jung gefreit
Operetten:
Filmzauber (1912): Untern Linden, Untern Linden gehen spaziern die Mägdelein
Wie einst im Mai (1913): Das war in Schöneberg im Monat Mai, Die Männer sind alle Verbrecher
Der Juxbaron (1913): Kleine Mädchen müssen schlafen gehen
Drei alte Schachteln (1917): Ach Jott, wat sind die Männer dumm / Phobe of Quality Street (New York 1921)
Marietta (1923): Was eine Frau im Frühling träumt; Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt auch das Glück zu dir
Die Frau ohne Kuss (1924): Das ist der Frühling von Berlin
Die tanzende Prinzessin (1924)
Jettchen Gebert (1928)
Lieber reich, aber glücklich (1933)
Berlin, wie es weint und lacht (1935)
Das Schiff der schönen Frauen (1938)
Revue: Drunter und Drüber: Solang noch Untern Linden die alten Bäume blühn, kann nichts uns überwinden, Berlin bleibt doch Berlin
Schlager: Max, du hast das Schieben raus
Lied: Schmackeduzchen
Couplets:
Was nützt denn dem Mädchen die Liebe
Was liegt bei Lehmann unterm Apfelbaum
Nach meine Beene is ja janz Berlin verrückt
Franz Pfemfert
Der Literaturkritiker und Porträtfotograf Franz Pfemfert wurde am 20. 11. 1879 in Lötzen geboren. 1911 gründete Franz Pfemfert mit Anselm Ruest (Ernst Samuel) und Kurt Hiller den Verlag und die Zeitschrift "Die Aktion" als wichtigstes Sprachrohr der linksradikalen und expressionistischen Intelligenz der 10er und 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Diese Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst erschien bis 1932. Im Zusammenhang mit der Niederschlagung des Spartakus-Aufstandes wurde Pfemfert am 15. 1. 1919 für kurze Zeit verhaftet. 1933 flüchtete er über Karlsbad nach Paris und 1940 aus dem französischen Internierungslager Gurs über Spanien, Portugal und New York nach Mexiko. Da er ein kritisches Verhältnis zur Sowjetunion entwickelte, lebte er dort von 1941 bis zu seinem Tod zunehmend politisch sehr isoliert und in großer Armut. Als Hauptwesenszug war ihm absolutes Wahrheitsstreben eigen. Pfemfert starb am 26. 5. 1954 in Mexiko-Stadt.
Werke:
Kino als Erzieher (1911)
Aktionsbibliothek der Aeternisten (Herausgeber, Schriftenreihe 1915 - 1922)
1914 - 1916. Anthologie (1916)
Das Aktionsbuch (Herausgeber, 1917)
Briefe aus dem Felde, aus der Untersuchungshaft und aus dem Zuchthaus (Karl Liebknecht) (Herausgeber, 1919)
Die "Kinderkrankheit" und die Dritte Internationale (Aufsatz, 1920)
Theo(dor Adolf Hillmann) von Brockhusen
Der Maler Theo von Brockhusen wurde am 16. 7. 1882 in Marggrabowa geboren. Er war Schüler der Akademie in Königsberg und schloss sich mit Rösler, Degner, Partikel und Domscheit in Klein-Kuhren (russisch Filino) zu einem lockeren Künstlerkreis zusammen. 1904 zog er nach Berlin. 1905 wurde Brockhusen Mitglied der Berliner Sezession des Deutschen Künstlerbundes. 1913 war er Gründungsmitglied der Freien Sezession und dann ihr Präsident. Er erhielt 1913 den Villa-Romana-Preis. Brockhusen schuf etwa 200 Gemälde und etwa 50 Zeichnungen, Lithografien und Radierungen. Sein Schaffen stand zwischen Impressionismus und Expressionismus. Seine Bilder sind in vielen deutschen Museen zu sehen, darunter in der Nationalgalerie und im Stadtmuseum Berlin. Er starb am 20. 4. 1919 in Berlin.
Kurt Blumenfeld
Er wurde 1884 in Marggrabowa geboren. Nach dem Abitur in Insterburg absolvierte er ein Jurastudium in Königsberg. Er war Mitglied im Verein jüdischer Studenten. 1909 wurde er Propagandachef der deutschen Zionisten. 1910 - 1914 war er Generalsekretär der Zionistischen Weltorganisation, 1924 - 1933 Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland (ZVfD). Unter seinem Einfluss wandelte sich die Zielsetzung der zionistischen Bewegung in Deutschland: anfangs wurde der Versuch unternommen, Deutschtum und Judentum miteinander in Einklang zu bringen, ab 1912 wurde jedoch jedes Mitglied der ZVfD dazu verpflichtet, die Übersiedelung nach Palästina zum persönlichen Ziel zu erklären. Kurt Blumenfeld war Stellvertretender Vorsitzender des jüdischen Hilfsfonds Keren Hayessod Deutschland. 1933 emigrierte Blumenfeld nach Palästina. Dort war er Geschäftsführer des Keren Hayessod. Er starb 1963.
Ernst Wiechert
Der Schriftsteller Ernst Wiechert wurde am 18. 5. 1887 im Forsthaus Kleinort (Gemeinde Peitschendorf, Kreis Sensburg) als Sohn eines Königlichen Forstmeisters geboren. Er kannte die masurische Sprache. Bereits im Grundschulalter (bis 1898 Erziehung durch Erzieherinnen und Hauslehrer) fiel sein literarisches Talent (Gedichte und kleine Erzählungen) und seine musikalische Begabung auf. An der Oberrealschule auf der Burg in Königsberg legte er 1905 das Abitur ab. Danach belegte er an der Albertus-Universität Königsberg die Fächer Naturwissenschaften, Germanistik, Anglistik, Geografie und Philosophie. Nach dem Studium (1911 Staatsexamen für das höhere Lehramt) absolvierte Wiechert ein Seminarjahr am Königlichen Friedrichskollegium Königsberg und wurde danach Lehrer an der Oberrealschule auf der Burg. Während des 1. Weltkrieges war er an der Ost- und Westfront, wo er eine Verwundung erlitt. Ab 1920 war er Studienrat am Staatlichen Hufengymnasium Königsberg. Wiechert unterrichtete deutsche Sprache und Dichtung sowie naturwissenschaftliche Fächer. In den nun folgenden Werken bezog er, aus dem eigenen Erleben schöpfend, Stellung gegen den Krieg. Seine Novellen und Romane von großer sprachlicher Schönheit und starker, oft schwermütiger Stimmung ließen Wiechert in die Spitzengruppe der deutschen Schriftsteller der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts aufsteigen. Das Anwachsen von nationalistischen Strömungen während der Weltwirtschaftskrise beunruhigte ihn. 1930 erhielt Wiechert eine Anstellung als Studienrat am Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg. 1932 wurde er freier Schriftsteller und zog an den Starnberger See. In Schrift und Wort opponierte er gegen die Beschneidung der Meinungsfreiheit, die Judenverfolgung und den Chauvinismus. Er arbeitete mit Pastor Martin Niemöller zusammen. 1935 setzten Repressalien des NS-Staates ein. 1938 wurde Wiechert als Häftling Nr. 7188 im KZ Buchenwald eingesperrt. Unter dem Druck der Weltöffentlichkeit musste er nach 2 Monaten freigelassen werden. Er stand danach jedoch unter der Aufsicht der Gestapo und durfte seine Werke nicht veröffentlichen und nicht öffentlich auftreten, sein Pass wurde ihm weggenommen. Man zwang ihn in die innere Emigration. Er wohnte bei dem ihm befreundeten Pianisten Wilhelm Kempf in Ambach und danach in Isarhöhe. Die Nachkriegswirklichkeit in Deutschland enttäuschte Wiechert: Es fand keine rasche moralische Wiedergeburt des Volkes statt und neofaschistische Kräfte erstarkten. Dadurch geriet er in die Rolle des unbequemen Mahners - so gab es eine kritische Stellungnahme gegenüber den alliierten Besatzungsmächten - und er übersiedelte schließlich 1948 in die Schweiz. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Wiechert starb am 24. 8. 1950 in Uerikon am Zürichsee.
Werke:
Die Flucht (Erzählung, 1914, unter dem Pseudonym Ernst Barany Bjell): Ein Oberlehrer gibt sein Lehramt auf und wird Bauer in einer Waldgegend, um dann den Freitod zu wählen.
Der Wald (Roman, 1922)
Der Totenwolf (Roman, 1924)
Die blauen Schwingen (Erzählung, 1925)
Der Knecht Gottes Andreas Nyland (Roman, 1926): Ein Theologe will durch die übersteigerte Teilnahme am Leid anderer christusgleich die Welt erlösen. Er erkennt endlich, dass er diese Menschen in größerer Schuldverstrickung zurücklässt.
Der silberne Wagen (Novellen, 1928)
Der Hauptmann von Kapernaum (1929): Ein Hauptmann gibt sein Leben für einen Gefangenen der Ruhrkämpfe. Ausgezeichnet mit dem Internationalen Novellenpreis der "Europäischen Revue".
Die kleine Passion (Roman, 1929): Geschichte vom heranwachsenden Knaben Johannes
Die Flöte des Pan (Novellen, 1930)
Jedermann (Antikriegsroman, 1930, mit dem Schünemann-Preis ausgezeichnet)
Der brennende Dornbusch (1931)
Atli, der Bestmann (Erzählungen, 1931)
Die Magd des Jürgen Doskocil (Roman, 1932, mit dem Volkspreis der deutschen Dichtung der Wilhelm-Raabe-Stiftung Braunschweig ausgezeichnet)
Das Spiel vom deutschen Bettelmann (Hörspiel, 1933)
Die Majorin (Roman, 1934): Trennung und Rückkehr zur Zeit des Krieges
Der Todeskandidat (Erzählungen, 1934)
Der verlorene Sohn (Schauspiel, 1934)
Der tote Marschall (Hörspiel, 1934)
Die goldene Stadt (Schauspiel, 1935)
Hirtennovelle (1935)
Wälder und Menschen (Autobiografie,1936): Die Wälder der Kindheit
Das heilige Jahr (Novellen, 1936)
Der weiße Büffel oder Von der großen Gerechtigkeit (Novelle, 1937): Recht und Gewalt
Vom Trost der Welt (Essay, 1938): über Goethe
Von den treuen Begleitern (1938): über 4 Gedichte von Claudius, Goethe, Hölderlin und Mörike
Atli, der Bestmann (Erzählungen, 1938)
Das einfache Leben (Roman, 1939): Der Marineoffizier von Orla flieht aus einer großen Stadt nach Ostpreußen, um über sein Leben nachzudenken und Ruhe in der Natur zu finden.
Der Totenwald (Bericht, 1939): über die Tage des Schreckens in Buchenwald
Demetrius (Novellen, 1945)
Totenmesse (1945)
Der reiche Mann und der arme Lazarus (Betrachtung, 1945)
Okay oder Die Unsterblichen (Schauspiel, 1945)
Märchen (1946)
Der armen Kinder Weihnachten (Weihnachtsspiel, 1946)
Die Jerominkinder (Roman, 2 Bände, 1940 - 1947): Eine masurische Familie erlebt die Ereignisse um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und die Zeit des beginnenden Nationalsozialismus.
Die Gebärde (Erzählungen, 1947)
Der Richter (Erzählung, 1948)
Jahre und Zeiten (1949)
Die Mutter (Erzählung, 1949)
Missa sine nomine (Roman, 1950): Lebensabend dreier Brüder: Bauer, Krieger, Intellektueller
Alfred Partikel
Der Maler Partikel wurde am 7. 10. 1888 in Goldap geboren. 1929 - 1945 war er Professor für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie Königsberg. Er starb am 20. 10. 1945 in Ahrenshoop.
Werke:
Radierungen zu Kleists "Michael Kohlhaas" 1919
Themen vom Darß und aus Ostpreußen (z. B. Leuchtturm von Brüsterort, Öl um 1931)
Ernst Rimmek
Der Maler Ernst Rimmek wurde am 14. 12. 1890 in Johannisburg geboren. Er starb 1963.
Max Pruss
Luftschiffkapitän Max Pruss wurde am 29. 9. 1891 in Sgonn geboren. Er fuhr zunächst Kielluftschiffe vom Typ Parseval. Pruss war Mitglied des "Frankfurter Vereins für Luftfahrt von 1908". Als das Luftschiff LZ 127 im Jahr 1929 eine Weltumrundung machte und damit Luftfahrtgeschichte schrieb, war er der Navigator des Unternehmens. Pruss war der Führer des Luftschiffs LZ 129, das am 6. 5. 1937 in Lakehurst während des Landemanövers verbrannte. Er konnte durch einen Absprung sein Leben retten, obwohl er schwere Verbrennungen erlitten hatte. Pruss wurde in das Goldene Buch der Flieger aufgenommen, das in der Ehrenhalle des Reichs-Luftfahrtministeriums ausgestellt wurde.
Max Simoneit
Der Pädagoge und Psychologe Dr. Max Simoneit wurde am 17. 10. 1896 in Arys geboren. 1918 legte er die Lehramtsprüfung ab und studierte danach Psychologie in Königsberg. 1927 wurde er Mitarbeiter der Heerespsychologie. 1930 übernahm Simoneit die Leitung der zentralen Prüfstelle für Offiziersanwärter der Wehrmacht (Psychologisches Laboratorium beim Reichswehr- bzw. Reichskriegsministerium = Wehrmachtspsychologie). Simoneit hatte Anteil an der Durchsetzung der ersten Diplomprüfungsordnung für Psychologen im Jahr 1941. Damit konnten in Deutschland Diplompsychologen ausgebildet werden. Nachdem die Söhne vieler prominenter NS-Persönlichkeiten und von Militärs durch die Begutachtungsstellen für die Offizierslaufbahn als untauglich eingestuft wurden, schaffte das Regime die Wehrmachtspsychologie 1942 ab. Nach dem Krieg gründete er ein privates Forschungsinstitut und beschäftigte sich mit psychodiagnostischen Gutachten. Simoneit war 1947 Mitbegründer des Berufsverbandes Deutscher Psychologen in Hamburg und wurde Vorstandsmitglied. Er starb 1962 in Köln.
Auswahl:
Wehrpsychologie (1933)
Wehr-Ethik. Ein Abriß ihrer Probleme und Grundsätze (1936)
Leitgedanken über die psychologische Untersuchung des Offizier-Nachwuchses in der Wehrmacht (1938)
Charakterologische Symptomenlehre (1953)
Hansgeorg Buchholtz
Der Schriftsteller Hansgeorg Buchholtz wurde 1899 geboren. Er lebte lange Jahre in Lötzen. Er fand im Bauern- und Fischermilieu des deutschen Ostens seine Stoffe.
Werke:
Dorf unter der Düne (1933)
Ein Musketier von Potsdam (1935)
Jugend an der Grenze (1949)
Stille Seen, dunkle Wälder (mit Max Bialluch 1956)
Fremder, bist du mein Bruder? (1962)
Soweit die Straßen reichen (1966)
Zwischen Himmel, See und Tod (Roman)
Masuren, geliebt und unvergessen
Konstanty Ildefons Galczynski
Der am 23. 1. 1905 geborene Dichter Galczynski lebte und schuf einen Teil seiner poetischen Werke in der Försterei Pranie am Niedersee. Er starb im Dezember 1953.
Auswahl:
Niobe (Gedicht)
Veit Stoss
Allensteiner Chronik
Die grüne Gans, das kleinste Theater der Welt (Theaterstück)
Der Komponist Henryk Czyz schuf in Anlehnung an Galczynski das Lyrical "Inge Bartsch".
Walter Koeppen
Der Autor Wolfgang Koeppen wurde am 23. 6. 1906 in Greifswald geboren. 1908 - 1919 lebte er in Thorn und Ortelsburg. Hier besuchte er das Realgymnasium. Nach Greifswald zurückgekehrt, wechselte er aus finanziellen Gründen auf die Mittelschule, die er jedoch nicht abschloss. Danach arbeitete er bei einem Buchhändler und war Volontär am Stadttheater. Er besuchte als Gasthörer Vorlesungen für Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Greifswald. 1921 fuhr Koeppen als Hilfskoch zur See. Danach schlug er sich in Hamburg und Berlin mit Gelegenheitsarbeiten durch. 1926 - 1927 hatte er ein Engagement als Dramaturg und Hilfsregisseur am Würzburger Stadttheater. 1927 - 1933 lebte er in Berlin und war zunächst freier Journalist für mehrere Boulevardzeitungen, um dann ab 1931 festes Redaktionsmitglied in Verantwortung für das Feuilleton beim "Berliner Börsen-Courier" zu werden. 1933 wurde er Mitglied der Reichsschrifttumskammer. 1934 übersiedelte Koeppen in die Niederlande. 1938 kehrte er nach Berlin zurück. 1943 - 1945 hielt er sich in München und Feldafing auf. 1945 übersiedelte er nach München. 1955 - 1961 unternahm Koeppen im Auftrag des Südfunks zahlreiche Auslandsreisen. 1972 wurde er Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Koeppen erhielt 1962 den Georg-Büchner-Preis der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, 1965 den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1967 den Immermann-Preis, 1971 den Andreas-Gryphius-Preis der Künstlergilde, 1977 ein Stipendium des Europa-Forums für Literatur, 1982 den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München, 1983 den Arno-Schmidt-Preis, 1984 den Preis der Pommerschen Landsmannschaft, 1990 die Ehrendoktorwürde der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und 1993 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. 1994 wurde Koeppen Ehrenbürger der Stadt Greifswald. Koeppen starb am 15. 3. 1996 in München. Mit seinem Werk befasst sich die Internationale Koeppen-Gesellschaft.
Werke:
Eine unglückliche Liebe (Roman 1934)
Die Mauer schwankt (Roman 1935)
Rosi und die Philosophen (Drehbuch, nicht realisiert)
Pflicht und Leidenschaft (Drehbuch, nicht realisiert)
Der Weibsteufel (Drehbuch, nicht realisiert)
Romeo und Julia auf dem Dorfe (Mitautorschaft Drehbuch)
Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch (1948)
Tauben im Gras (Roman 1951): Kritische Bestandsaufnahme der sich nach dem Zusammenbruch formierenden Bundesrepublik anhand des Nachkriegsalltags in München
Das Treibhaus (Roman 1953, verfilmt 1987)
Der Tod in Rom (1954)
Nach Rußland und anderswohin (Reisebericht 1958)
Amerikafahrt (Reisebericht 1959)
Reisen nach Frankreich (Reisebericht 1961)
Romanisches Cafe (Erzählungen 1971)
Jugend (zum Teil Autobiographie, 1976)
Die elenden Skribenten (Essays und Porträts 1984)
Es war einmal in Masuren (1991)
Ich bin gern in Venedig warum (1993)
Auf dem Phantasieross (Nachlass 2000)
Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort
Oberleutnant der Reserve Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort wurde am 22. 6. 1909 in Hannover geboren. Er studierte in Frankfurt am Main Volks- und Betriebswirtschaft. Ab 1936 verwaltete er die Familiengüter. Lehndorff-Steinort nahm am Polen-Feldzug teil. Er wurde in den Stab der Heeresgruppe Mitte versetzt. Er gehörte zur Widerstandsgruppe um Henning von Tresckow. Oberstleutnant Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Organisator eines Staatsstreichs gegen das Nazi-Regime, hatte Lehndorff als Verbindungsoffizier zum Wehrkreiskommando I Königsberg vorgesehen. Er wurde nach dem Attentat vom 20. 7. 1944 auf Hitler vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 4. 9. 1944 in Plötzensee hingerichtet.
Lieselotte Plangger-Popp
Die Grafikerin Lieselotte Plangger-Popp wurde am 31. 5. 1913 auf Gut Karlsfeld bei Czychen geboren. Seit 1922 lebte sie in Königsberg, wo sie am Hufenlyzeum das Abitur ablegte. Von 1933 - 1936 besuchte sie die Fachklasse für Gebrauchsgrafik an der Meisterschule des Deutschen Handwerks und arbeitete dann bis 1938 im Atelier des Verlags Gräfe und Unzner. Danach war sie in einem grafischen Betrieb in Hannover angestellt. Dort besuchte sie eine Abendschule und wurde von Prof. Karl Dröge in der Technik des Holzschnitts ausgebildet. Sie kam mit Ernst Barlach in Kontakt. Während des 2. Weltkriegs war sie Werkstattleiterin in einem Buch- und Zeitungsverlag in Innsbruck. In Haimhausen bei München nahm sie nach dem Zusammenbruch Unterricht bei den Professoren Adolf Schinner und Willy Geiger von der Münchner Akademie. 1954 heiratete Lieselotte Popp in Bozen den Bildhauer Hans Plangger.
Werke: Federzeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und Holzstiche mit Motiven aus Ostpreußen und Südtirol, zum Thema Flucht und Vertreibung und von Reisen nach Italien (Ischia) und Griechenland (Ägina)
Plangger-Popp erhielt 1982 den Ostpreußischen Kulturpreis für bildende Kunst der Landsmannschaft Ostpreußen und wurde Ehrenbürgerin von Haimhausen.
Sie starb am 19. 12. 2002 in Meran / Südtirol.
Jo Plée
Der Arrangeur Jo Plée wurde am 28. 4. 1923 in Ortelsburg geboren. 1941 bestand er das Abitur. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1946 studierte er am Sternschen Konservatorium Berlin Harmonielehre, Instrumentation, Komposition, Dirigieren und Klavier. Bereits als Student arrangierte er für Tanzkapellen. Ab 1948 folgten Arrangements sowohl für kleine Ensembles als auch für Unterhaltungsorchester in Sinfoniebesetzung und Big Bands aller Schattierungen. 1950 war Plée Mitbegründer der Vereinigung Deutscher Musik-Bearbeiter. In den folgenden Jahrzehnten arrangierte er unzählige Schallplattenaufnahmen sehr bekannter Schlager-Interpreten. Er war musikalischer Leiter mehrerer Fernseh-Shows. 1989 wurde er Präsident der Vereinigung Deutscher Musik-Bearbeiter und 1992 Vorsitzender der Schätzungskommission der Bearbeiter in der GEMA. Er ist Mitglied im Deutschen Komponisten-Verband. 2003 wurde er Ehrensängerknabe der Schöneberger Sängerknaben.
Siegfried Lenz
Der Schriftsteller Siegfried Lenz wurde am 17. 3. 1926 in Lyck geboren. 1943 wurde er zur Marine eingezogen. Anfang 1945 desertierte er in Dänemark. Er studierte in Hamburg Philosophie, Literaturgeschichte und Anglistik. Lenz wurde 1950 Feuilletonredakteur der "Welt" und arbeitete auch für den Rundfunk. Als freier Schriftsteller in Hamburg schrieb er ab 1951 viele Romane, Erzählungen, Essays und Hörspiele. Er gehörte zeitweise zur Gruppe 47. International bekannt wurde er durch seinen Roman "Deutschstunde" (1968), in dem parabelhaft deutsches Verhalten im Nationalsozialismus gedeutet wird. Dieser Roman wurde verfilmt. Neben der Darstellung der Menschen unserer Zeit hat er auch den Menschen im alten Masuren ein liebevolles Andenken bewahrt. 1984 erhielt Lenz den Thomas-Mann-Preis und 1988 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er wurde 1999 Träger des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt am Main. Am 9. 11. 2002 wurde Siegfried Lenz anläßlich der Verleihung des Internationalen Buchpreises Corine 2002 in München mit dem Sonderpreis des bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk geehrt. 2002 / 2003 hatte er die Heine-Gastprofessur der Universität Düsseldorf inne. Am 2. 12. 2004 wurde Lenz Ehrenbürger des Bundeslandes Schleswig-Holstein. 2009 erhielt er den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte.
Weitere Werke:
Es waren Habichte in der Luft (Roman, 1951): Ein Mensch versucht nach einem politischen Umsturz seinen Verfolgern zu entgehen
Duell mit dem Schatten (Roman, 1953)
So zärtlich war Suleyken (Erzählungen, 1955): 20 masurische Kurzgeschichten. Ein Teil der insgesamt handelnden Personen bestreitet in wechselnder Zusammensetzung den Verlauf jeder einzelnen Geschichte. Die heiter geschriebenen Geschichten fügen sich zu einem Mosaik über das masurische Dorf zusammen.
Das Kabinett der Konterbande (Studie, 1956)
Der Mann im Strom (Roman, 1957, mit Hans Albers und ein weiteres Mal 2006 verfilmt): Das Schicksal eines Tauchers, der zu alt ist für seinen Beruf und der seine Papiere fälscht, um wieder Arbeit zu bekommen
Jäger des Spotts (Geschichten, 1958)
Brot und Spiele (Roman, 1959): Aufstieg und Fall eines Sportidols
Das Feuerschiff (Erzählungen, 1960; verfilmt 1962 und 1985, im Fernsehen 2008)
Stadtgespräch (Roman, 1963)
Lehmanns Erzählungen oder So schön war mein Markt (1964): Aus den Bekenntnissen eines Schwarzhändlers
Das Gesicht (Komödie, 1964)
Der Spielverderber (Erzählungen, 1965)
Haussuchung (Hörspiele, 1967)
Beziehungen: Ansichten und Bekenntnisse zur Literatur (1970)
So war das mit dem Zirkus (1971)
Das Vorbild (Roman, 1973): Drei Pädagogen treffen sich in Hamburg, um ein neues repräsentatives Lesebuch zusammenzustellen. Probleme bereitet das Kapitel "Vorbilder".
Einstein überquert die Elbe bei Hamburg (Erzählungen, 1975)
Der Geist der Mirabelle (1975): Geschichten aus Bollerup
Heimatmuseum (Roman, 1978, verfilmt 1988): Er erzählt von Kindheit und Jugend in Masuren, von den Schrecken der beiden Weltkriege, die seine Heimat zerstört haben, und von der Flucht. Lenz war als junger Marinesoldat 1944 / 1945 dabei, als Tausende in der kleinen Hafenstadt Pillau (russisch Baltijsk) versuchten, in den Westen zu entkommen. Er schildert aus eigenem Erleben das unermessliche Leid, das Sterben auf der Pier, den täglichen Tod vieler Menschen in der größten Verzweiflung.
Der Verlust (Roman, 1981)
Elfenbeinturm und Barrikade (Essays, 1983)
Ein Kriegsende (Erzählung, 1984)
Exerzierplatz (Roman, 1985): Wiener Zeitung: Nicht nur ein besonderer "Heimatroman" mit sozialer Reflexion und ein ökologischer Roman, sondern auch ein Antikriegsroman
Leute von Hamburg (1986)
Kleines Strandgut (1986)
Das serbische Mädchen (Erzählungen, 1987)
Die Klangprobe (Roman, 1990)
Über das Gedächtnis (Reden und Aufsätze, 1992)
Die Auflehnung (Roman, 1994): Unterwerfung oder Auflehnung? Eine lebensentscheidende Frage für zwei sehr unterschiedliche Brüder.
Ludmilla (Erzählungen,1996)
Über den Schmerz (Essays, 1998)
Arnes Nachlaß (Roman, 1999)
Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur (Essays, 2001)
Zaungast (2002)
Fundbüro (2003): Geschichte eines 24-jährigen Philanthropen auf der Suche nach Identität
Selbstversetzung (Essaysammlung, 2006)
Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln (2006)
Schweigeminute (Novelle, 2008): Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin
Die Versuchsperson (Stück, 2009)
Landesbühne (Novelle, 2009)
Der Ostertisch (2009)
Seine Werke wurden in 22 Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von über 20 Mio.
Stimmen über Lenz:
Marcel Reich-Ranitzki: Ein gelassener Beobachter des Lebens.
Günter Grass: Lenz’ ruhige literarische Verlässlichkeit hat große Qualität. Er hat mich immer wieder mit literarischen Ereignissen überrascht, die einzigartig sind.
Dietrich Wawzyn
Der Journalist und Fimproduzent Dietrich Wawzyn wurde am 7. 2. 1928 in Willudden geboren. Von 1937 bis 1944 besuchte er die Hindenburgschule in Angerburg, die er mit dem Kriegsabitur verließ. Wawzyn studierte an der Universität Hamburg Philologie und Sport. Er war als Journalist und danach als Filmproduzent tätig. Er gehörte zu den Pionieren, die in Bild und Ton die Ursprünge des Jazz dokumentierten. Anfang der 1960er Jahre reiste er deshalb in die USA und nach Afrika. Er drehte Filme über das Leben von Musikern (auch Hillbilly und Country). Wawzyn lebt jetzt in der Schweiz.
Auswahl:
DVD His Story of Jazz
Richard Anders
Richard Anders wurde am 25. 4. 1928 in Ortelsburg geboren. 1959 schloss er sein Studium ab. Danach war er in Athen und an der Universität Zagreb Deutschlehrer. 1965 wurde er Archivlektor in Hamburg. Seit 1970 ist er freier Autor in Berlin.
Werke:
Die Pendeluhren haben Ausgangssperre: Lyrik aus 50 Schaffensjahren
ZeckGeschichten
Ein Lieblingssohn (Roman)
Herbert Reinoss
Der Schriftsteller, Essayist und Herausgeber Herbert Reinoss wurde 1935 in Rydzewen geboren. Seine Heimat beschreibt er in "Schwarzenberge in Masuren, früher - heute".
Auswahl:
A. Paul Weber. Kritische Graphik (1973)
Wir haben es erlebt: die letzten 25 Jahre (mit Ludwig Knoll)
Ostpreußen, Porträt einer Heimat
Unser 20. Jahrhundert (mit Ludwig Knoll)
Letzte Tage in Ostpreußen: Erinnerungen an Flucht und Vertreibung
Jugendjahre in Ostpreußen (Herausgeber, 1989)
Lothar Gall
Der Historiker Prof. Dr. Lothar Gall wurde am 3. 12. 1936 in Lötzen geboren. Seit 1968 lehrte er für einige Jahre an der Universität Gießen. Von 1975 - 2005 hatte er den Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne. Seit 1975 gibt er die "Historische Zeitschrift" heraus. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung des liberalen Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert. Gall ist seit 1977 Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1989 ist er Korrespondierendes Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von 1992 - 1996 war Gall Vorsitzender des deutschen Historikerverbandes. 1997 wurde er Präsident der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums des Historischen Kollegs und Mitglied der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Gall erhielt den Leibniz- und den Balzan-Preis. Er übernahm die wissenschaftliche Beratung für die Ausstellung "Streik - Realität und Mythos", die im Dezember 2002 im Deutschen Historischen Museum eröffnet wurde.
Werke:
Bismarck. Der weiße Revolutionär (1980)
Europa auf dem Weg in die Moderne (1984)
Bürgertum in Deutschland (1989)
Ein großer Tag der deutschen Geschichte (Aufsatz, 1998)
Die Revolution von 1848/49 (Aufsatz, mit Dieter Hein, 1998)
Die Eisenbahn in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (1999)
Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums (2000)
Der Bankier. Hermann Josef Abs. Eine Biographie (2004)
Europa auf dem Weg in die Moderne 1850 - 1890
Bürgertum, liberale Bewegung und Nation
Von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft
Walter Rathenau. Portrait einer Epoche (2009)
Die Deutsche Bank 1870 - 1995 (Herausgeber, 1995)
Bürgertum und bürgerlich-liberale Bewegung in Mitteleuropa seit dem 18. Jahrhundert (Herausgeber, 1997)
Neuerscheinungen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts (Herausgeber, 2001)
Otto von Bismarck und die Parteien (Herausgeber, 2001)
Krupp im 20. Jahrhundert (Herausgeber, 2002)
Regierung, Parlament und Öffentlichkeit im Zeitalter Bismarcks (Herausgeber, 2003)
Wissenskommunikation im 19. Jahrhundert (Herausgeber mit Andreas Schulz, 2003)
... für deutsche Geschichts- und Quellenforschung: 150 Jahre Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (eBook, Herausgeber, 2008)
Bismarcks Mitarbeiter (Herausgeber mit Ulrich Lappenküper, 2009)
Werner Kließ
Der Drehbuchautor, Dramaturg, Produzent und Maler Werner Kließ wurde am 24. 12. 1939 in Stoosznen geboren. Er studierte in Hamburg Germanistik und Theaterwissenschaft. Zunächst war er als Filmkritiker für die Zeitschrift "film" tätig. 1968 war er Mitglied der Auswahlkommission für die XIV. Westdeutschen Kurzfilmtage Oberhausen. 1969 - 1980 war Kließ in München Dramaturg und Produzent bei der Bavaria. Danach wurde er Redaktionsleiter beim ZDF für die Serien Derrick, Der Alte, Ein Fall für Zwei und Kottan ermittelt. Mitte der 1980er Jahre wurde er selbstständiger Produzent als Teilhaber der Produktionsfirmen Odeon, Monaco, Nostro Film und Borussia Media. Kließ vermittelte seine im Beruf gesammelten Erfahrungen in Vorträgen der interessierten Zuhörerschaft, so bei den Medientagen der Evangelischen Akademie Tutzing. Für einen Film der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin mit dem Titel "Ketchup Connection", der 2005 im rbb-Fernsehen lief, übernahm er die dramaturgische Beratung. Kließ ist gegenwärtig in Berlin als freier Maler schaffend.
Literatur (Auswahl):
Sturm und Drang. Gerstenberg, Lenz, Klinger, Leisewitz, Wagner, Maler Müller (1966)
Kino- und Fernsehalmanach "Film 1969" (Redaktion)
Der Mann von Manassas (Stück in 4 Bildern, 1975)
Treffpunkt Friedhof (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Tatort, 1975)
Der Geiger (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger, 1979)
Wer die Treue bricht (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Ein Fall für Zwei, 1994)
Bitte töte ihn (Drehbuch für einen Krimi der Reihe A. S., 1993 - 1995?)
Ich habe Lünsmann nicht getötet (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Die Drei, 1996)
Das Ende eines Killers (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Die Drei, 1996)
Auto-Crash (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Wolffs Revier, 1997)
Ein Mord für Quandt (Drehbücher für eine Krimireihe, 1997)
Gunst der Stunde (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Ein Fall für Zwei, 1998)
Profikiller. So schreiben Sie das perfekte Krimidrehbuch (mit Georg Feil, 2003)
Beitrag: Die Fernseh-Serie in Syd Field u. a.: Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis (2003)
Beitrag zur Dramaturgie von TV-Serien
Aufsatz "Haltet die Diebe!": Gedanken zur Urheberschaft von Filmen (Autor, Regisseur, Produzent)
Blutsbrüder (Drehbuch für einen Krimi der Reihe Ein Fall für Zwei, 2007)
Bilder (Auswahl):
Die Weiße Göttin (1999)
Die weiße Göttin, afrikanisch
Die weiße Göttin aus dem Flammenmeer
Aphrodite, unklug
Pilobolus oedipus (1999)
Pilobolus Kleinii (1999)
Empusa mit der grünen Stubenfliege (1999)
Wie der Sprit in die Welt kommt (1999)
Adam, Eva und die Schlange (2000)
Vor dem Sündenfall (2000)
Die Geburt der Weißen Göttin (2002)
Fliegenpilz als Baum des Lebens
Der Traum
Einfahrt nach Berlin
Der Himmel über Weißensee
Sechstagerennen
Das rosarote Klo
Der Glückspilz
Der Traum in Blau
Medusa mit dem schönen Bein (2003)
Gorgo Stheino mit den roten Krallen (2003)
Gorgo Euryale, Weithinschweifende (2003)
Gottes Eifersucht (2003)
Die Graien
Der König und die Tänzerin
Frau Holle im Licht
Gemeinsame Linie (Friedrich und die Barbarina)
Der Sieger (2004)
Der Flötenspieler und sein Weib (2005)
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