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Heinrich von Plauen
Der Hochmeister des Deutschen Ordens Heinrich von Plauen wurde zwischen 1360 und 1370 als Spross des Geschlechts der Reichsvögte von Plauen und Weida ältere Linie im Vogtland geboren. 1391 wurde er Ordensritter, 1402 Komtur von Nessau (polnisch Nieszawa) und 1407 Komtur von Schwetz (polnisch Swiecie). 1410 befehligte er 4.000 Ordensstreiter, die die Komturei Schwetz gegen Pomerellen sicherten. Nach der Niederlage des Ordens in der Schlacht bei Tannenberg gegen die Polen eilte Heinrich mit seinem Heer zur Marienburg, um diese zu verteidigen. Heinrich wurde zum Statthalter des gefallenen Hochmeisters Ullrich von Jungingen gewählt und nach erfolgreicher Verteidigung der Marienburg am 9. 11. 1410 zum Hochmeister. Er handelte für den Orden den 1. Thorner Frieden aus. Um das Ordensgebiet neu aufzubauen und die Reparationszahlungen leisten zu können, musste er ein strenges Regiment einführen und die Steuerlast erhöhen. Im September 1423 wollte er einen Überraschungsschlag gegen Polen führen. Dieses Unterfangen wurde von der Mehrzahl der Ordensgebietiger abgelehnt. Unter Führung des Ordensmarschalls Michael Küchmeister von Sternberg, den Heinrich eigentlich seines Amtes entheben wollte und der dann jedoch neuer Hochmeister wurde, setzten die Unzufriedenen am 14. 10. 1413 Heinrich wegen der Anschuldigung des Hochverrats ab und verbannten ihn später auf die Veste Brandenburg am Frischen Haff. Sein durchgreifender Reformversuch scheiterte damit. 1422 wurde er vom neuen Hochmeister Paul von Rußdorf begnadigt und zum Pfleger der Burg Lochstädt ernannt, wo er am 9. 11. oder 28. 12. 1429 starb. Seine sterblichen Überreste wurden 2007 in einem Sarg gefunden, der sich in einer Krypta unter dem Presbyterium der Kathedrale in der Ordensburg Marienwerder (polnisch Kwidzyn) befand.
Albrecht von Preußen
Er wurde am 17. 5. 1490 in Ansbach als Sohn des dortigen Markgrafen geboren. Albrecht wurde am 13. 2. 1511 in den Deutschen Orden aufgenommen und zum Hochmeister gewählt. Er förderte das Reformationswerk im verbliebenen Ordensgebiet, wobei er Kontakte mit Martin Luther unterhielt. 1523 traf er sich heimlich mit Luther und Melanchthon. 1525 hob er den Deutschen Orden in Preußen auf und wandelte das Ordensland unter seiner Führung in ein erbliches Herzogtum um. Er begründete die evangelische preußische Landeskirche. 1540 gründete er das Gymnasium in Königsberg und 1544 die Universität Königsberg. Albrecht starb am 20. 3. 1568 in Tapiau.
Lied: Was mein Gott will, das gescheh allzeit
(Karl) Martin (August) Kähler
Der protestantische Theologe Martin Kähler wurde am 6. 1. 1835 in Neuhausen geboren. Er besuchte Gymnasien in Elbing (polnisch Elblag) und Königsberg. Kähler studierte ab 1853 zunächst Jura in Königsberg. Er wechselte 1854 zur Theologie nach Heidelberg. Das Studium der Theologie vervollkommnete er in Halle, wo er 1857 Amanuensis des Erweckungstheologen Tholuck wurde, und in Tübingen. 1860 promovierte er in Halle und habilitierte sich. Dort begann er eine Lehrtätigkeit als Privatdozent. 1864 - 1867 war Kähler Extraordinarius für Neues Testament und Systematik in Bonn. 1867 - 1878 war er Extraordinarius und Inspektor am Schlesischen Konvikt in Halle. 1878 erfolgte die Berufung auf den ordentlichen Lehrstuhl für systematische Theologie und Neues Testament in Halle, den er bis 1912 inne hatte. Er prägte geistig das Führungspersonal der Bekennenden Kirche. Kähler starb am 7. 9. 1912 in Freudenstadt / Schwarzwald.
Werke:
Über die gesellschaftlichen und kirchlichen Zustände Algiers (Aufsatz, 1859)
Sententiarum quae de conscientia ediderint theologi per ecclesiae secula florentes brevis enarratio (Dissertation, 1860)
Paulus, der Jünger und Bote Jesu von Nazareth. Ein Lebens- und Charakterbild (1862)
Die schriftgemäße Lehre vom Gewissen (1864)
Die starken Wurzeln unserer Kraft. Betrachtungen über die Begründung des Deutschen Kaiserreiches und seine erste Krise (1872)
Die Reden des Petrus in der Apostelgeschichte, sprachlich untersucht (Aufsatz, 1873)
D. August Tholuck. Ein Lebensabriß (1877)
Julius Müller, der Hallische Dogmatiker (1878)
Das Gewissen (1878)
Die Stellung der Kirche zu der modernen Theologie auf Katheder und Kanzel (Aufsatz, 1878)
Neutestamentliche Schriften in genauer Wiedergabe ihres Gedankenganges, I. Hebräerbrief (1880)
Die Wissenschaft der christlichen Lehre, von dem evangelischen Grundartikel aus im Abrisse dargestellt (1883)
Das schriftgemäße Bekenntnis zum Geiste Christi (Aufsatz, 1884)
Der Brief des Paulus an die Galater in genauer Wiedergabe seines Gedankenganges dargestellt und übersichtlich erörtert (1884)
Neutestamentliche Schriften in genauer Wiedergabe ihres Gedankenganges, II. Galaterbrief (1884)
Die Versöhnung durch Christum in ihrer Bedeutung für das christliche Glauben und Leben. Erläuterung zu Thesen (1885)
Das Bittgebet (Aufsatz, 1889)
Neutestamentliche Schriften in genauer Wiedergabe ihres Gedankenganges, III. Epheserbrief (1890)
Die Universitäten und das öffentliche Leben. Zur Verständigung über die Aufgaben des akademischen Unterrichts (1890)
Die Universitäten und das öffentliche Leben. Über die Aufgabe des akademischen Unterrichts und seine zweckmäßigere Gestaltung (1891)
Wie studiert man Theologie im 1. Semester? Briefe an einen Anfänger (1891)
Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche, biblische Christus (Vortrag, 1892)
Der Menschensohn und seine Sendung an die Menschheit (Vortrag, 1893)
Systematische Theologie (1893)
Der lebendige Gott. Fragen und Antworten von Herz zu Herz (1894)
Unser Streit um die Bibel. Vorläufiges zur Verständigung und Beruhigung für "Bibelverehrer" von einem der ihrigen (1895)
Jesus und das Alte Testament. Erläuterungen zu Thesen (1896)
Das Wort Versöhnung im Sprachgebrauch der kirchlichen Lehre (1898)
Dogmatische Zeitfragen. Alte und neue Ausführungen zur Wissenschaft der christlichen Lehre (1898)
Dogmatische Zeitfragen. Zur Lehre von der Versöhnung (1898)
Die Bedeutung der Mission (1899)
Wiedergeboren durch die Auferstehung Jesu Christi (1901)
Gehört Jesus in das Evangelium? (1901)
Die Herrlichkeit Jesu (Vortrag, 1902)
Die Gottheit Christi (1902)
Geschichte der Bibel (1902)
Das Offenbarungsansehen der Bibel. Erläuterte Thesen (1903)
Die Sakramente als Gnadenmittel. Besteht ihre evangelische Schätzung noch zu Recht? (1903)
Der gegenwärtige Stand der Theologie (Vortrag, 1904)
Der Verkehr mit Christo in seiner Bedeutung für das eigene Leben und den Gemeindedienst der Geistlichen nach dem Neuen Testamente (Vortrag, 1904)
Die Bibel, das Buch der Menschheit (1904)
Heroenverehrung und Jesusanbetung (1905)
Die Liebe Gottes (1906)
Der Gang der Menschheit (1906)
Mit Christo auferweckt (1906)
Dogmatische Zeitfragen. Zur Bibelfrage (1907)
Dogmatische Zeitfragen. Angewandte Dogmen (1908)
Das Kreuz. Grund und Maß für die Christologie (1911)
Dogmatische Zeitfragen. Zeit und Ewigkeit (1913)
Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert (1962)
Karl Heinrich Barth
Der Klavierpädagoge und Pianist Karl Heinrich Barth wurde am 12. 7. 1847 in Pillau geboren. Er nahm Unterricht bei Hans von Bülow und besuchte in Berlin die Schule des Höheren Klavierspiels, dessen Leiter Carl Tausig war. Seit 1868 war er Lehrer am Stern'schen Konservatorium Berlin. 1871 folgte er einem Ruf an die Berliner Hochschule für Musik. Dort war er Lehrer von Arthur Rubinstein und Wilhelm Kempff. Erfolge als Solist errang er vor allem in England. Barth starb am 23. 12. 1922 in Berlin.
Hans Parlow
Der Schriftsteller Hans Parlow wurde 1856 in Pillau geboren. Er studierte in Königsberg. Von 1876 bis 1878 war er Mitglied der Burschenschaft Germania Königsberg. Das Studium schloss er mit der Promotion ab. Danach fuhr er zur See, um dann Schriftsteller zu werden. Parlow starb 1928 in Pillau.
Werke:
Bilder und Träume aus Spanien - Reiseerinnerungen (1889)
Fürstin Eboli (Roman, 1891)
Um Danebrog und Schwarz-Weiß-Rot (Roman, 1905)
Die hohe See (Roman, 1907)
Dunkelrot-weiß-rosenrot (Roman, 1907)
Die Königin in Thule (Roman, 1912)
Die Schwarzhäupter von Riga (Roman, 1922)
Pillauer Lied (1925)
Lovis Corinth
Er wurde am 21. 7. 1858 als Louis Corinth in Tapiau geboren. Von 1876 bis 1880 studierte er an der Kunstakademie Königsberg. Sein Studium setzte er von 1880 bis 1884 an der Münchner Akademie fort. Nach einer Studienreise nach Antwerpen besuchte er ab Oktober 1884 die Académie Julian in Paris. 1889 richtete Corinth sich ein Atelier in Königsberg ein. 1890 siedelte er nach Berlin um und 1891 nach München. 1892 wurde er Gründungsmitglied der Münchner Secession und 1894 der Freien Vereinigung. 1901 kehrte er nach Berlin zurück. Er wurde Mitglied des Vorstands der Berliner Secession, 1911 und 1915 bis 1925 deren Vorsitzender. 1902 eröffnete Corinth eine Malschule für Damen. 1910 nahm er an der Bienale in Venedig teil. 1911 erlitt er einen schweren Schlaganfall mit linksseitiger Lähmung. 1918 wurde er an der Berliner Akademie der Künste zum Professor berufen. 1921 wurde Corinth die Ehrendoktorwürde der Albertus-Universität Königsberg verliehen. 1925 wurde er Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Während einer Studienreise nach Amsterdam starb Corinth am 17. 7. 1925 in Zandvoort.
Bernhard Ankermann
Der Ethnologe und Afrikaforscher Bernhard Ankermann wurde am 14. 2. 1859 in Tapiau geboren. Er promovierte 1901 an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. Ankermann war Direktoral-Assistent und später Direktor der Afrikanischen Abteilung des Königlichen Museums für Völkerkunde Berlin. Zugleich war er langjähriges Vorstandsmitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Ankermann starb am 26. 10. 1943 in Berlin.
Werke:
Die afrikanischen Musikinstrumente (Inaugural-Dissertation, 1901)
Kulturkreise und Kulturgeschichte in Afrika (Artikel, 1905)
Anleitung zum ethnologischen Beobachten und Sammeln (1914)
Verbreitung und Formen des Totemismus (1915)
Die Religion der Naturvölker (Teil eines Lehrbuchs, 1925)
Das Eingeborenenrecht (Bearbeitung, 1929)
Karl Kollwitz
Er wurde am 13. 6. 1863 in Rudau geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs er im Königlichen Waisenhaus Königsberg auf. Er besuchte dort das Wilhelmgymnasium. In Königsberg studierte er auch bis 1891 Medizin. Er lernte hier seine Frau, die bekannte Bildhauerin, Malerin und Grafikerin Käthe geborene Schmidt kennen. Beide zogen 1891 nach Berlin. Karl Kollwitz eröffnete im Prenzlauer Berg eine Kassenarztpraxis als Armenarzt. 1913 war er Mitgründer des Sozialdemokratischen Ärztevereins. Er war Mitglied des Jugendfürsorgeausschusses im Prenzlauer Berg und in der Deutschen Liga für Menschenrechte engagiert. 1919 wurde er SPD-Stadtabgeordneter. Karl Kollwitz starb am 19. 7. 1940 in Berlin.
Sibylle von Olfers
Sie wurde am 8. 5. 1881 in Metgethen geboren. Die Gestaltung ihrer Bilderbücher für Kinder entsprach dem Jugendstil. Sie starb 1916.
Bilderbücher:
Etwas von den Wurzelkindern (1906)
Windchen
Schmetterlingsreich
Prinzesschen im Walde
Mummelchen und Pummelchen
Was Marilenchen erlebte
Ernst Schaumann
Der Maler Ernst Schaumann wurde am 7. 2. 1890 in Königsberg geboren. Nach einer Kaufmannslehre besuchte er die Kunstakademie in Königsberg. 1909 bis 1914 setzte er seine Studien in Berlin fort. Er erhielt 1913 den Menzelpreis. Den 1. Weltkrieg erlebte er als Kriegsmaler. Nach dem Krieg lebte er als freier Künstler in Warnicken. Schaumann schuf Lithografien der Musikschaffenden Heinrich Schlusnus, Richard Strauss, Hans Pfitzner und Wilhelm Furtwängler. Er studierte den Bewegungsablauf von Pferden, die er selbst hielt. Das Ergebnis waren meisterlich gestaltete Pferdebilder. In öffentlichen Gebäuden und Behörden schuf er Wandmalereien. 1948 konnte er Königsberg verlassen. In Teltow schuf er Auftragswerke. Die Sommer verlebte er gerne in Ahrenshoop. Im Oktober 1955 starb er in Pramort auf Zingst.
Auswahl:
Kürassier-Regiment 3 auf dem Vormarsch in der Winterschlacht
Reiter am Strand
Hermann Brachert
Der Bildhauer und Kunstlehrer Prof. Hermann Brachert wurde am 11. 12. 1890 in einem bürgerlichen Elternhaus in Stuttgart geboren. 1897 - 1905 besuchte er die Schlossrealschule Stuttgart. Ab 1905 erteilte ihm Prof. Paul Christaller Privatunterricht in Gestaltung. 1908 - 1912 durchlief er eine Lehre zum Ziseleur und Stahlstempelschneider, die er mit der Gesellenprüfung abschloss. Brachert vervollständigte seine Ausbildung durch den Besuch der Kunstgewerbeschule auf dem Weißenhof in Stuttgart, wo er Schüler von Prof. Robert Knorr war. 1917 - 1918 studierte er an der TH Stuttgart bei Prof. Paul Bonatz Architektur. 1919 - 1926 war er Professor für Bildhauerei und Goldschmiedekunst an der Staatlichen Kunst- und Gewerkschule Königsberg. 1924 erhielt Brachert die Bronzene Königsberger Stadtmedaille. 1926 - 1930 führte er Staatsaufträge zur Ausschmückung der Albertina mit Plastiken aus. 1930 - 1933 war er künstlerischer Berater der Staatlichen Bernsteinmanufaktur Königsberg und der Staatlichen Kunstgießerei Gleiwitz (polnisch Gliwice). Das Naziregime erteilten ihm 1933 Ausstellungsverbot, entfernte wichtige seiner Arbeiten aus dem öffentlichen Raum und zerstörte sogar mehrere. 1933 - 1945 lebte er in Georgenswalde. 1936 - 1944 war er erneut künstlerischer Berater der Bernsteinmanufaktur. 1946 - 1955 war Brachert Professor der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Gleichzeitig wurde ihm das Amt des Rektors bzw. Stellvertretenden Rektors dieser Einrichtung übertragen. 1960 wurde er Ehrenmitglied der Akademie. 1961 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Brachert starb am 2. 6. 1972 in Schlaitdorf. In Georgenswalde wird ein Brachert-Museum unterhalten.
Werke der bildenden Kunst (Auswahl):
Hausmarke am Haus der Technik Königsberg (1925)
Tanzende Mädchen (1927)
Lehrender (Plastik, 1928)
Reichspräsident Paul von Hindenburg (Büste, 1928)
Chronos auf drei Pferden (1929)
Reichspräsident Friedrich Ebert (Büste, 1929)
Otto Braun (Büste, 1929)
Schreitendes Mädchen (1929)
Stadtschulrat Prof. Dr. Stettiner (1930)
Corinth-Ehrung (1931)
Altarkreuz (1936)
Kelch (1936)
Nixenreigen (Relief, 1937)
Nymphe (Plastik, 1938)
Die Schwebende (1938)
Wasserträgerin (Brunnenfigur, 1940)
Fischer mit Nixe (Relief)
Prof. Dr. Reinhold Trautmann (Büste, 1941)
Bundespräsident Theodor Heuß (Büste, 1949)
Hölderlin (Porträtkopf, 1955)
Relief an einer Marmorsäule der Robert Bosch AG Stuttgart (1955)
Genius (Plastik, 1956)
Entwurf für ein Relief im Oberlandesgericht Stuttgart
Mahnmal für die Gefallenen in Stuttgart-Untertürkheim (1960)
Erinnerung an Ostpreußen (1970)
Ernst Mollenhauer
Der Landschaftsmaler Ernst Mollenhauer wurde am 27. 8. 1892 in Tapiau geboren. 1913 begann er ein Studium an der Kunstakademie Königsberg, das er nach seiner Einberufung zum Wehrdienst während des 1. Weltkrieges von 1918 bis 1922 fortsetzte. In Nidden kam er in Kontakt zu Malern der Brücke. 1922 - 1924 weilte er in den USA. Ab 1924 lebte und wirkte er bis 1945 in Nidden. 1939 wurden seine Werke von den Nazis als entartet disqualifiziert. Er erhielt Berufsverbot. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurden seine Bilder zusammen mit der großen Sammlung seines Schwiegervaters Hermann Blode von sowjetischen Soldaten zum Heizen einer Sauna verbrannt. Ab 1946 malte er in Kaarst bei Düsseldorf, ab 1950 in Düsseldorf und später in Keitum auf Sylt. Mollenhauer starb am 3. 4. 1963 in Düsseldorf.
Herbert Brust
Der Dirigent und Komponist Prof. Herbert Brust wurde am 17. 4. 1900 in Königsberg geboren. In Königsberg erhielt er eine Ausbildung an der Orgel und in Kompositionslehre. 1919 - 1922 studierte er an der Hochschule für Musik Berlin. Dieses Studium beendete er mit dem Abschlussexamen in der Meisterklasse für Kompositionslehre und Orgel. Danach kehrte er nach Königsberg zurück. Er lebte dann in Neukuhren. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem 2. Weltkrieg war er Musikprofessor an der Humboldt-Oberschule Bremerhaven. Brust starb am 26. 6. 1968 in Bremerhaven.
Er schuf 96 Werke (Auswahl):
Oratorium "Ostpreußenland" mit Schlusschoral, der zum Ostpreußenlied "Land der dunklen Wälder" wurde (1930)
Festkantate
Memelruf
Liederzyklus Memelfahrt
Bernsteinkantate
Vertonungen von Gedichten Agnes Miegels: Schöne Agnete; Du hast in Krieg und Schrecken...; O ihr, aus deren Blut ich kam
Berthold Mikat
Der Epidemiologe Berthold Mikat wurde 1912 in Tapiau geboren. 1937 promovierte er an der Albertina Königsberg zum Dr. med. 1937 - 1945 war Mikat Mitarbeiter des Zentralarchivs für Wehrmedizin. Ab 1951 war er Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes. 1964 habilitierte er an der Freien Universität Berlin. 1968 erhielt Mikat eine außerordentliche Professur an der Akademie für Staatsmedizin Hamburg. Er starb 1990.
Veröffentlichungen:
Ergebnisse der operativen Therapie bei Ablatio retinae an der Universitäts-Augenklinik Königsberg (Pr) 1925 - 1935 (Dissertation, 1937)
Über Lungenbeteiligung bei der Tularämie (mit Fritz Kuhlmann, 1944)
Die Erfrierungen bei den Soldaten der deutschen Wehrmacht im letzten Weltkrieg (1949)
Die Kriegsbeschädigten im Bundesgebiet (1951)
Zur Frage vergleichbarer Geschwulststatistiken (1951)
Bevölkerungsstatistik über das Öffentliche Gesundheitswesen (1952)
Die Tuberkulose in Deutschland (1955)
Geografische Verteilung von bösartigen Neubildungen von Körpergewebe in den Verdauungsorganen der BRD 1955 basierend auf einer Klassierung von Todesgründen auf Totenscheinen (1956)
Krankheitshäufigkeit und Arbeitsausfall bei Behördenpersonal (1957)
Schwangerschaftsverläufe (mit Heribert Wand, 1957)
Fälle von Totgeburten. Ergebnisse einer offiziellen Untersuchung in Hessen 1955 und 1956 (1957)
Zur Zahl der Todesfälle an Bronchialkrebs (1958)
Archivierung und Dokumentation der Krankenblätter im Zentralarchiv für Wehrmedizin (1960)
Demographische Gesichtspunkte im Hinblick auf die Überalterung der Bevölkerung in einigen europäischen Staaten (1961)
Medizinische Statistik in Laienhand: Dargestellt an der Frage "Ärztemangel oder Ärzteüberschuss?" (1963)
Die Tuberkulosehäufigkeit in den Kreisen der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1958 (Habilitationsschrift, 1965)
Rachenentzündung (mit Fritz Kuhlmann, 1965)
Entwicklung der Anzahl der Zahnärzte in der BRD und Westberlin bis 1980 (1968)
Grundlagen für Vorsorgeuntersuchungen auf Gewebeneubildungen im Magen in Deutschland (1970)
Das Gesundheitswesen der Deutschen Demokratischen Republik im Jahre 1972 (1972)
Das Gesundheitswesen der Deutschen Demokratischen Republik im Jahre 1973 (1974)
Demographie und Medizin (1975)
Bevölkerungsentwicklung in der DDR in den Jahren 1970 bis 1977/78 (1980)
Gesundheitsschutz für Senioren (1984)
Hildegard Grube-Loy
Hildegard Grube-Loy wurde am 28. 4. 1916 in Königsberg geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem elterlichen Anwesen in Warnicken. Ihr Vater war der Maler Ernst Schaumann. In Berlin durchlief sie eine Ausbildung in Modezeichnen, Schneiderei und Kunstgewerbe und besuchte dann die Kunstakademie Berlin. Hildegard heiratete Heinrich Loy, der im Krieg fiel. Es folgte ein Studium an der Kunstakademie Königsberg bei Prof. Alfred Partikel. Die Witwe Hildegard heiratete den Freund ihres gefallenen Mannes Georg Grube. Sie flüchtete nach Schleswig-Holstein. Grube-Loy lebte lange Jahre im Norden Norwegens und Schwedens und schuf Bilder (Aquarelle und Kohlezeichnungen) dieser Landschaft sowie Tierbilder. Sie unterwies Kinder im Zeichnen. Hildegard Grube-Loy starb am 3. 11. 2002.
Auswahl:
Winter an der Samlandküste (Öl, 1941)
Jährlingsstute liegend (Aquarell, 1963)
Pferde vor der Ostsee (Öl, 1964)
Baumblüte vor der Ostsee (Aquarell, 1964)
Trakehner Hengst Totilas (Kohle, 1965)
Schlehenblüte (Aquarell, 1968)
Große Ferkelei (Kreide, 1976)
Trakehner Fohlen (Kreide, 1978)
Böse Katze (Bleistift, 1978)
Schlafende Katze (Kreide, 1978)
Säugende Katze (Aquarell, 1978)
Bernhardinerin Minka (Kreide, 1978)
Schneewehen (Aquarell, 1979)
Winter in Holstein (Aquarell, 1979)
Hans-Heinrich Vangerow
Der Forstmann und Historiker Hans-Heinrich Vangerow wurde am 4. 4. 1924 in Tapiau geboren. Wegen der Einberufung zum Wehrdienst legte er 1942 in München das Notabitur ab. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft studierte er von 1948 bis 1952 Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Referendariat in der Bayerischen Staatsforstverwaltung schloss Vangerow 1955 mit der Großen Forstlichen Staatsprüfung ab. Von 1955 bis 1960 war er Forstmeister in Geisenfeld und von 1966 bis 1972 Forstamtsleiter in Allersberg bei Nürnberg. 1970 hob er hier die Waldjugendspiele aus der Taufe. Ab 1972 war er im Rang eines Leitenden Forstdirektors Sachgebietsleiter für Raumordnung, Landespflege, Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit an der Oberforstdirektion Regensburg. Bis 1979 war Vangerow außerdem Leiter der Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald. 1976 promovierte er am Fachbereich Forstwissenschaften der Universität München. 1977 erhielt Vangerow die Bayerische Umwelt-Medaille. 1981 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 1982 erhielt er den Lorenz-Wappes-Preis des Deutschen Forstvereins. 1986 initiierte er die Internationalen Mainauer Jugendspiele, die jährlich auf der Bodensee-Insel Mainau von der Lennart-Bernadotte-Stiftung veranstaltet werden. Im gleichen Jahr erhielt er die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste und die Peter-Joseph-Lenné-Medaille in Gold der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung zu Basel. 1987 wurde er Stellvertretender Forstpräsident. 2007 habilitierte er sich an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 2009 wurde Vangerow mit dem Bayerischen Löwen ausgezeichnet. Er arbeitet im Arbeitskreis Forstgeschichte in Bayern mit.
Schriften:
Linz und der Donauhandel des Jahres 1627 (1963)
Vom Stadtrecht zur Forstordnung. München und der Isarwinkel bis zum Jahr 1569 (Dissertationsschrift, 1976)
Wald und Holz in der Oberpfalz (1982)
Schule im Wald. Eine waldkundliche Handreichung (1984)
Schiffleute und Schiffbestand an der Donau von Passau bis Wien anno 1566 (1985)
Aspekte zum forstlichen Maß- und Vermessungswesen in Kurbayern und der Oberpfalz (1999)
Johann Heinrich Kosteletzky von Sladowa (1688 - 1769), ein böhmisches Schicksal. Vom königlichen Hofjäger in Böhmen zum kurfürstlichen Oberwaldmeister in Bayern (Habilitationsschrift, 2005)
250 Jahre Bayerische Staatsforstverwaltung (Mitverfasser; 2002)
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