Samland-Report

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Militärwesen

Zwischen 1626 und 1635 bauten die Schweden vorhandene Schanzen in Pillau aus und errichteten eine Festung. Ab 1670 wurde die Anlage zum brandenburgischen Flottenstützpunkt ausgebaut.

Das Samland stellte um das Jahr 1885 Wehrfähige für das I. Armeekorps.

Von 1912 bis 1919 und ab 1922 gab es in Georgenswalde einen Kriegerverein.

1933 wurde Pillau Heimathafen einer Minensuchflotille, bei Neuhausen wurde ein Militärflugplatz gebaut.

1937 wurde in Neutief ein Seefliegerhorst erbaut.

1940 wurde in Pillau eine U-Boot-Lehrdivision stationiert. Im Frühjahr 1944 entstanden 2 Liegeplätze für Kreuzer im Hafenbecken 3. Pillau war Standort zahlreicher Militäreinheiten: V. Marine-Artillerie-Abteilung, Marine-Artillerie-Abteilungen Pillau, 115 und 533, Marine-Flak-Abteilungen 215 und 225, Marine-Flugmelde-Abteilung, Marine-Kraftfahr-Kompanie Pillau, Marine-Feuerschutz-Kompanie Pillau, Marine-Schützen-Bataillone 121 bis 125, Aufklärungs-Gruppe (F) 131 (See), Teile der Bordflieger-Gruppe 196 (See), Luftnachrichten-Abteilung Pillau, 5. Schiffs-Stamm-Regiment mit 13. und 25. Schiffs-Stamm-Abteilung, 5. Ersatz-Marine-Artillerie-Abteilung und Flugzeugführerschule B 17.

Ab etwa 1940 gab es auf dem Fliegerhorst Neukuhren die Flugzeugführerschule AB 125. Im Juni / Juli 1941 war in Neukuhren die 1. Staffel und von April 1941 bis Januar 1942 die 2. Staffel des Jagdgeschwaders 54 "Grünherz" stationiert. Ab dem 22. 8. 1943 bezog hier der Fliegertruppenteil FFS A/B 11 Station. Ende Januar bis Anfang Februar 1945 war der Stab des Jagdgeschwaders 1 in Neukuhren stationiert.

Auf dem E-Hafen Brüsterort (russisch Majak) waren die II. Abteilung des Flak-Regiments 11, die Stabsstaffel des Jagdgeschwaders 51 und die I. Gruppe des Schlachtgeschwaders 3 stationiert. Dort gab es die Feld-Flakartillerie-Schule 15 (Mitte). Neben dem Flugplatz gab es eine Marinefunkmessstelle und einen Flak-Schießplatz. Ende September 1943 wurde in Brüsterort eine Anlage zur Erprobung des Marschflugkörpers V 1 (Fi 103) errichtet. Die Anlage bestand aus Abschussrampen, einem Beobachtungsbunker und einer Fernmeldezentrale und gehörte zum Flakregiment 155 (Lehr- und Erprobungskommando Wachtel).

Der Militärflugplatz Prowehren (Tschkalowsk) verfügte über die längste Startbahn Ostdeutschlands. Fliegerhorste existierten bei Seerappen (Ljublino) und Gutenfeld (Lugowoe), E-Häfen bei Powunden, Gallgarben (Marschalskoe), Lochstädt und Schaaksvitte.

Seit 1952 wurde Pillau zur zweitgrößten Marinebasis Russlands ausgebaut und wurde dadurch der größte Hafen der russischen Ostseeflotte. Nach Aussagen Präsident Medvedevs soll die Baltische Flotte Russlands bis 2019 mit modernen Kriegsschiffen umgerüstet werden.

Von August 1959 bis Mai 1990 war in Tapiau die 24. Raketendivision Russlands stationiert, die mit Raketen des Typs R 12 (im Westen unter dem Namen SS-4 bekannt) bewaffnet war.