Samland-Report

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Infrastruktur

Fischhausen besaß einen kleinen Hafen.

1813 wurde der rotweiße Leuchtturm von Pillau nach Entwürfen aus der Werkstatt Karl Friedrich Schinkels erbaut. Seine Kuppel ist 33 m über NN hoch. Ab 1880 konnte er dank der Versorgung mit Gas unbemannt betrieben werden. Er wurde 1927 rekonstruiert. Sein Licht reicht 30 km weit. Um 1780 wurde der Vorgänger des Pillauer Leuchtturms erwähnt, eine Laterne an der Pfundbude (Zollstation) in Altpillau, die in dunklen Nächten mit brennender Kohle erleuchtet wurde. Hohlspiegel aus Messing schickten das Licht auf das Meer. Der Leuchtturm von Brüsterort wurde 1854 in Betrieb genommen. Es handelt sich um einen 30 m hohen Ziegelbau mit einem achteckigen Grundriss. Er sendet sein Licht 40 km auf das Meer. Ein weiterer Leuchtturm steht bei Haffwinkel (Zaliwino) an der Deimemündung, der aber nicht mehr in Betrieb ist.

Ab 1865 gab es Rettungsstationen für Schiffbrüchige in Cranz, Neukuhren (russisch Pionerskij), Palmnicken-Kraxtepellen, Tenkitten und Pillau.

Ab 1865 gibt es eine 47 km lange Eisenbahnverbindung zwischen Königsberg (Kaliningrad) und Pillau. Ab 1885 führte die Königsberg-Cranzer Eisenbahn 28,3 km von Königsberg-Nordbahnhof nach Cranz (heute elektrifiziert). Von Cranz ging es weitere 18 km nach Neukuhren; ab 1895 2,2 km nach Cranzbeek (nach 1945 stillgelegt). 1900 wurde die Kleinbahnstrecke Marienhof (Nowo Pereslawskoe) - Gaffken (Parusnoe) (18,6 km) eröffnet, die später bis nach Fischhausen führte. Ab 1901 verkehrte die Samlandbahn von Königsberg-Nordbahnhof über Marienhof und Neukuhren mit einer Läge von 40 km nach Rauschen und von dort entweder weitere 3 km nach Rauschen-Düne oder nach Warnicken (Lesnoe) (heute elektrifiziert). Zwischen Groß Raum (Rjabinowka) und Ellerkrug gab es eine Kleinbahnstrecke (nach 1945 stillgelegt). Die Königsberger Kleinbahn mit einer Spurweite von 750 mm führte über 33,3 km von Königsberg über Prawten (Lomonossowo) nach Possindern (Roscino). Von Prawten führte eine 19 km lange Strecke nach Schaaksvitte (Kasirskoe). Ab 1937 war Powayen (Blisnetzowo) mit Peyse (Svetlyj) durch eine 12 km lange Strecke verbunden. Von Fischhausen führte eine 26,8 km lange Strecke nach Groß Dirschkeim (Donskoe). Zwischen Königsberg und Labiau querte ein Schienenstrang der Strecke Königsberg - Tilsit (Sovetsk) das östliche Samland. Noch im Frühjahr 1945 wurde die Eisenbahnstrecke von Warnicken nach Groß Dirschkeim fertiggestellt. 2003 wurden 230 m neue Schienen vom Bahnhof Pillau zum Fährhafen Pillau verlegt. 2006 wurde die Streckenführung von Rauschen nach Fischhausen eingestellt. Die Strecken von Königsberg nach Braunsberg (polnisch Braniewo) und nach Bartenstein (polnisch Bartoszyce) werden auch mit der europäischen Normalspurweite von 1435 mm betrieben.

Reichsstraßen:
1: Königsberg - Tapiau, heute E 77 (A 229)
126: Königsberg - Labiau, heute A 190
128: Königsberg - Cranz, heute A 191
131: Königsberg - Pillau, heute A 193
143: Königsberg - Rauschen, heute teilweise A 191 und A 192

Zu deutscher Zeit geplant: Autostraße Königsberg - Weischkitten (Sokolniki)

Tapiau besaß ein Postamt 2. Klasse.

In Cranzbeek existierte ein Anlegeplatz für Nehrungsdampfer.

Bis auf die Höhe von Vierbrüderkrug führte von Königsberg der Abwasserkanal, dessen Fracht auf Rieselfeldern versickerte.

1910 verfügte Georgenswalde über ein Wasserwerk mit einem 45 m hohen Wasserturm.

Am 30. 4. 1922 wurde der Flughafen Devau (Rischskoje) mit einer Betonlandebahn von 1.400 m als erster deutscher Zivilflughafen eröffnet. Die Fluggesellschaft Deruluft betrieb die Fluglinie Königsberg - Riga - Moskau (Moskwa).

In Peyse gab es ein Elektrizitätswerk.

1923 wurde in Georgenswalde mit der Elektrifizierung des Ortes begonnen.

1928 wurde in Georgenswalde mit dem Bau einer Kanalisation begonnen, die Straßen wurden asphaltiert.

In den 1920er Jahren legten in Pillau weiße Seedienst-Dampfer an, um eine direkte Verbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet aufrecht zu erhalten.

Pillau hatte ein Seemannsamt und eine Lotsenstation, es war Sitz von 6 Konsulaten.

Die lettische Fluggesellschaft airBaltic unterhält einen täglichen Hin- und Rückflug (und an 4 Werktagen zwei Mal) zwischen dem bei Powunden (Hrabovo) gelegene Flughafen Königsberg und Riga. Von Riga bestehen günstige Flugverbindungen nach Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, München, Frankfurt, Großbritannien, Frankreich, Italien, Belgien, Österreich, Schweden, Norwegen, Dänemark und Israel.

Die Beseitigung der Verschmutzung des Kurischen Haffs ist eine dringende Zukunftsaufgabe.

Das Hafenbecken 1 des Pillauer Hafens dient dem allgemeinen und Containertransport, das Hafenbecken 2 dem RoRo-Transport. Die Hafenbecken 3 und 4 bewältigen in zunehmendem Maß den Fracht-, Container- und Ölumschlag. Diese 10,5 m tiefen Becken verfügen über eine Kailänge von 1,2 km. Seit 2002 besteht eine Fährverbindung für Passagiere und Fracht zwischen Pillau und Ust-Luga bei St. Petersburg. Gegenwärtig benötigen Autofähren eine Fahrzeit von 48 Stunden. Schnellfähren sollen diese Zeit auf 15 Stunden verringern. 2007 wurde eine Eisenbahn-Fährverbindung von Pillau nach Sassnitz eingerichtet. Die DFDS Lisco GmbH Lübeck, Niederlassung Sassnitz befördert in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag mit dem MS Vilnius Passagiere von Sassnitz nach Pillau und in der darauffolgenden Nacht Passagiere von Pillau nach Sassnitz. Die Gesellschaft befördert auch Fracht.

Zwischen Pillau und Neutief (Kosa) verkehrt eine Fähre.

Zwischen Königsberg und Tapiau durchschneidet die autobahnähnliche Europastraße E 77 (A 229) das östliche Samland. 1996 wurde im Zuge der nördlich von Tapiau verlaufenden Umgehungsstraße als Bestandteil der E 77 eine 778 m lange Straßenbrücke über die Deime errichtet.

Im Bau ist eine fast 180 km lange und 6,4 Mia Rubel teure Küstenschnellstraße Fischhausener Ring, die 2015 fertig gestellt sein soll und Königsberg mit den Seebädern, mit der Seestadt Pillau und Peyse / Zimmerbude verbindet. Im Herbst 2009 wurde das 27 km lange Teilstück Königsberg - Cranz mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h eröffnet, das auch eine schnelle Anbindung an den Flughafen Powunden ermöglicht. Im Frühjahr 2010 soll der 2. Bauabschnitt Cranz - Rauschen fertig gestellt sein.

Zwischen Königsberg und Cranz verkehrt eine Buslinie.

Bei Tapiau wurde eine Mülldeponie für Königsberg betrieben.