Der Autor dieser Website Benno Dieter Dibowski wurde 1938 in Königsberg-Metgethen geboren.
Mein Vater Max Dibowski entstammte einem masurischen Bauernhof in Lepacken, Kreis Lyck, den dessen Eltern Gottlieb und Auguste Dibowski bis zur Flucht vor der Roten Armee im Januar 1945 bewirtschafteten. Auguste Dibowski war eine geborene Koslowski. Gottlieb und Auguste Dibowski und ihre Kinder gehörten zu denjenigen Masuren, die sowohl masurisch als auch deutsch sprachen. Dibowski wurde ursprünglich Dybowski geschrieben, das im Deutschen "von Dybowo" heißt. Man findet mehrere Orte mit dem polnischen Namen Dybowo: Dybowen im Kreis Johannisburg, Diebowen im Kreis Oletzko und im Kreis Sensburg, den Ortsteil Diebowen von Nikolaiken und Diebau in der Gegend von Elbing.
Meine Mutter hieß Charlotte Helene geborene Schwarz. Ihre Eltern waren Wilhelm Friedrich Schwarz und Auguste Therese geborene Voß (Voß ist der niederdeutsche Ausdruck für Fuchs). Sie waren - aus dem Umland Königsbergs stammend - Bürger der Provinzhauptstadt geworden. Weitere Vorfahren trugen die Familiennamen Ewerlin, Hafke, Knoch, Seiduckel, Tengler und Tiedtke.
Ich erinnere mich an Besuche in frühester Kindheit bei den Großeltern in Lepacken: das durch Tannen überragte Bauernhaus mit dem Göpelwerk an der Scheune und dem das Gehöft querenden Bach, die sonnenüberfluteten Kornfelder mit rot leuchtendem Klatschmohn, sandige Feldwege mit tief eingeschnittenen Radspuren, die friedlich daliegenden kleinen Seen ringsum. Bei einem Besuch bei Tante Frieda und Onkel Willi Augustin in Lyck der große Lycksee mit Gondelbetrieb und dort zum ersten Mal ein Rummelplatz mit Kettenkarussell und Überschlagschaukel.
Zwei der vier Augustin-Töchter können Sie auf ihren Websites besuchen. Frau Ursula Schulz züchtet in Stemwede im Osnabrücker Land Bearded Collies (www.snooper-paradise.de). Frau Irmgard Depenbrock ist ganz in der Nähe in Bad Essen-Heithöfen in ihrem Familienunternehmen tätig, das die Pferderasse American Paint Horse züchtet, Westernreiten anbietet und ein Reitsport-Fachgeschäft und einen Westernshop unterhält sowie ein Ferienhaus vermietet (www.dream-horse-ranch.de).
Herr Gerd Bandilla, Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Lyck e. V., schrieb in einer E-Mail an die Archiv- und Kulturwartin dieses Vereins, Frau Bärbel Wiesensee, deren Carbon Copy er mir zugesendet hat:
"...In seinen Web-Seiten "Masuren-Report.de" hat Dibowski sehr viel Wissenswertes über Masuren zusammengetragen. Es ist eine lobenswerte Fleißarbeit. Einige kleine Fehler ließen sich wohl nicht vermeiden. Ob seine Darstellung, als hätte 1945 kein Umbruch stattgefunden, immer glücklich ist, ist zumindest umstritten ..."
Heutzutage hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass es keine objektive Darstellung der Geschichte gibt. Pointiert sagte Napoleon Bonaparte: Geschichte ist Lüge, auf die man sich geeinigt hat. Weil das so ist, ist auch die Auswahl der Fakten und ihre Verknüpfung auf meiner Website subjektiver Natur. Lässt man die Zeitläufte der Landschaft Masuren Revue passieren, so findet man zwei Mal den für mich tragischen Untergang einer Ethnie, den der Prußen und den der sich dort einst zu einer Einheit zusammengefundenen Masuren. Viele Prußen starben im Kampf zur Verteidigung ihrer überlieferten Form des Zusammenlebens, andere konnten sich nach der erzwungenen Bekehrung zum Christentum integrieren und teilweise einen hohen gesellschaftlichen Status erreichen. Anders bei den gebürtigen Masuren: Sie kamen 1945 und in den folgenden Jahren in eine kulturell vollkommen fremde Welt, "vom Winde verweht", so dass sie keine Chance hatten, ihre Identität zu bewahren. Aus Respekt vor diesen Masuren verwende ich für die Ortsbezeichnungen die masurischen Namen. Soweit die Mehrzahl der Bewohner einer Ortschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sich entschlossen hat, aus freier Entscheidung einen deutschen Namen für das Heimatdorf zu wählen, ist wohl nichts dagegen einzuwenden. Anders sieht es aus mit der von der Nazi-Führung aus ideologischen Gründen 1938 angeordneten massenweisen Umbenennung der historischen Ortsnamen.
Obwohl mindestens zwei Mal in der Geschichte dieser Landschaft ein tiefgreifender Bevölkerungswechsel stattgefunden hat, überstand die Landschaft Masuren den Wechsel im wesentlichen unverändert. Man könnte fast sagen: Die Bewohner kommen und gehen, doch Masuren bleibt bestehen.
Oft denken die Menschen, die Geschichte würde sich nur bis zu einer gegenwärtig erreichbaren Stufe entwickeln und dann stagnieren. Die Entwicklung schreitet jedoch immer weiter und das Gestern und das Heute sind morgen nur noch Episoden.
Die heute als wertvoll geltenden Ressourcen, wie fossile Brennstoffe oder Uran, stehen nur noch für eine überschaubare Zeit zur Verfügung. Wertvoll auch in Zukunft werden Boden und Wasser sein. Der an sich nicht besonders ertragreiche Boden in Masuren kann durch technische Maßnahmen veredelt werden. Wasser gibt es reichlich. So wird Masuren in hundert Jahren und danach eine größere Anziehungskraft auf Zuwanderer ausüben als heute. Schon immer zog es Menschen in reichere Landstriche. Die "Völkerwanderung" der kommenden Zeit wird unter den Bedingungen der Globalisierung anders verlaufen als in der Spätantike. Aber sie wird zu ähnlich umwälzenden Ergebnissen führen.