Masuren-Report

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Militärwesen

1437 wurden die ersten Feuergeschütze in Seehesten stationiert.

1644 war eine Kompanie Dragoner im Amt Seehesten in Garnison.

Im 17. Jahrhundert wurde die Burg Johannisburg Festung.

1688 wurde Lyck als Festung geführt.

1703 wurde in Angerburg eine Bürger-Kompanie formiert. Sie bestand aus 1 Kapitän, 1 Leutnant, 1 Fähnrich, 3 Sergeanten, 3 Korporalen, 72 Gemeinen und 2 Tambours. Die Kompanie hatte eine eigene Fahne. Die Gewehre mussten die beteiligten Bürger selbst erwerben.

1714 - 1816 war Johannisburg Garnisonsstadt.

1717 - 1794 war Neidenburg Garnisonsstadt. 1746 - 1780 lag hier das Dragoner-Regiment 10 unter Generalleutnant Friedrich Ludwig Graf Finck von Finckenstein in Garnison. Der Ersatz kam zum Teil aus den masurischen Städten Neidenburg, Ortelsburg und Passenheim.

1718 wurde Angerburg Garnison für 4 Kompanien Kürassiere des Regiments Nr. 9 von Generalmajor von Katte unter dem Befehl des Obersten von Posadowski. Die Garnison wurde 1740 aufgelöst. Auch Goldap wurde 1718 Garnisonsstadt. Hier wurde 1718 eine Bürgergarde aufgestellt.

Ein Teil des Husaren-Regiments 1 (Grüne Husaren) lag 1735 - 1739 in Marggrabowa und Lyck. Von August - Oktober 1739 wurde das Regiment an der Grenze bei Marggrabowa und Lyck zum Schutz gegen polnische Banden eingesetzt. Gleichzeitig sollte das Entkommen von Deserteuren verhindert werden. 1740 - 1742 lag das Husaren-Regiment 3 in Lyck, Johannisburg, Sensburg und Ortelsburg in Garnison.

Teile des Husaren-Regiments 5 (Schwarze Husaren) lagen 1743, 1746 - 1755, 1764 - 1777 und 1779 - 1792 in Goldap, 1746 - 1755 in Johannisburg, 1746 - 1755 und 1764 - 1777 in Lyck, 1746 - 1755, 1764 - 1777 und 1783 - 1792 in Lötzen, 1746 - 1755 und 1788 - 1792 in Marggrabowa, 1783 - 1792 in Rhein und 1783 - 1787 in Bialla.

1744 wurde in Ortelsburg das 300 Mann umfassende Korps "Jäger zu Fuß" aufgestellt, das über ausgezeichnete Kundschafter, Pfadfinder und Scharfschützen verfügte. Nach der Reorganisation des preußischen Heeres entstand aus dieser Stammtruppe 1808 das Ostpreußische Jäger-Bataillon Nr. 1, das am 27. 1. 1889 den Namen "Jäger-Bataillon Graf Yorck von Wartenburg" verliehen bekam. Um 1893 gehörte es zur 2. Division des 1. Armeekorps. 1921 wurde es in das Infanterie-Regiment 2 eingegliedert. Sein Standort blieb bis 1945 Ortelsburg.

Teile des Husaren-Regiments 7 lagen 1746 - 1772 in Soldau, Sensburg, Passenheim und Ortelsburg.

1748 - 1754 lag das Bosniaken-Regiment 9 in Marggrabowa. Teile von ihm lagen 1764 - 1770 in Arys, 1764 - 1796 in Bialla und 1770 - 1796 in Johannisburg, Nikolaiken, Lyck, Rhein, Passenheim und Sensburg. 1788 wurde das Hauptquartier des Bosniaken-Regiments unter General Johann Heinrich von Günther von Goldap nach Lyck verlegt.

Ab Juli 1773 wurde das Husaren-Regiment 10 in Soldau, in Ortelsburg und in außermasurischen Orten aufgestellt. Das Ausrüstungsdepot kam nach Soldau. 1773 - 1795 lagen Teile des Regiments in Soldau, Passenheim, Neidenburg und Ortelsburg.

Am 1. 12. 1806 verbreitete König Friedrich Wilhelm III. in Ortelsburg das Publicandum an die Armee und das deutsche Volk, in dem die Armeereform angekündigt wurde.

Vom 1. - 9. 1. 1807 hielt sich das preußische Hauptquartier unter dem Kommando von Generalleutnant L'Estoqc in Angerburg auf. Arys beherbergte im Januar und Februar 1807 das Hauptquartier des russischen Generals von Bennigsen.

Graf Lehndorff auf Steinort formierte 1813 aus Freiwilligen ein National-Kavallerie-Regiment. Von den Bürgern aus Angerburg, Kehlen, Thiergarten, Prinowen und Stullichen wurde ein Infanterie-Bataillon der Landwehr aufgestellt, das aus 6 Kompanien und 3 Kavallerie-Eskadronen bestand. Auch der Landsturm (15 - 60 Jahre) wurde aktiviert. In Masuren wurden Jäger-Detachements und Freikorps gebildet. Angerburg wurde Standort des 2. Landwehr-Infanterie-Regiments.

1891 wurde bei Arys ein Truppenübungsplatz angelegt. Er war 1925 4.416 ha groß und 1935 über 20.000 ha.

Masuren gehörte um 1893 zum Ersatz- und Garnisonsbezirk der 2. Division des 1. Armeekorps, der Kreis Neidenburg jedoch zum 17. Armeekorps. Das 1. Bataillon des 45. Infanterie-Regiments lag in Lötzen und das 2. und 3. Bataillon in Lyck. Dort lag auch das 8. Ulanen-Regiment. Das 1. Bataillon des 146. Infanterie-Regiments lag in Sensburg. Diese Einheit wurde 1908 nach Allenstein verlegt. Dafür kamen 1909 3 Bataillone des Infanterieregiments Nr. 151 nach Sensburg.

Ab 1913 war Angerburg erneut Garnisonsstadt.

Nach 1918 war in Lyck ein Freikorps beheimatet.

1921 wurde das Infanterie-Regiment 2 aufgestellt. Sein III. Bataillon lag bis 1935 in Lötzen. Dort zog danach die II. Abteilung des Artillerie-Regiments 11 der 11. Infanterie-Division ein.

Ein Regiment der polnischen 8. Infanterie-Division war zwischen 1921 und 1939 in Soldau stationiert.

1934 bezog das Reiter-Regiment Nr. 2 die Garnison Angerburg. Ein Heeresverpflegungsamt wurde in der Stadt angesiedelt. In Sensburg wurde das I. Bataillon des Infanterie-Regiments 44 (später Grenadier-Regiment 44) der 11. Infanterie-Division aufgestellt.

Am 1. 10. 1934 wurde das Pionierbataillon Lyck aus Teilen des Reichswehr-Pionier-Bataillons 1 aufgestellt. Erster Kommandeur war Major Karl Bülowius, vorher Lehrer an der Infanterie-Offiziersschule Dresden und ab 1942 Generalleutnant der Pioniere der Heeresgruppe Afrika. Am 15. 10. 1935 erhielt die Einheit den Namen Pionier-Bataillon 11. Sein Standort wurde Lötzen. Es gehörte zur 11. Infanterie-Division im 1. Armeekorps und bestand aus 3 Kompanien (eine motorisiert), einer Brückenkolonne (motorisiert) und einer leichten Pionierkolonne (motorisiert). Am 18. 8. 1939 bezog das Bataillon den Bereitstellungsraum Soldau - Neidenburg, um im Bestand der 3. Armee am Polen-Feldzug teilzunehmen. Nach Reorganisation gehörte es ab 10. 3. 1941 zur 18. Armee und kam an die Ostfront.

In Goldap gab es 2 Kasernen.

Masuren wurde während der Kriegshandlungen im 2. Weltkrieg stark durch deutsches und sowjetisches Militär vermint. Das betraf besonders das Gebiet östlich von Lyck und die Masurische Seenplatte. Minenräumkommandos des polnischen Militärs durchkämmten im 1. Halbjahr 1945 die Gegenden um Marggrabowa, Lyck und Prostken, danach die Gegenden entlang der Angerapp, um Angerburg, Lötzen, Arys, Johannisburg und die Masurische Seenplatte. Ab August 1945 wurde auch die Gegend um Goldap und um den Raygrod-See beräumt. Die erforderlichen Kontrollen wurden verstärkt 1946 und 1947 durchgeführt und zogen sich im Wesentlichen bis in das Jahr 1958 hin. In Masuren wurde etwa eine Dreiviertelmillion Minen, Granaten, Bomben und andere Explosivmittel unschädlich gemacht. Bei diesen Arbeiten forderte der 2. Weltkrieg weitere Tote und Verletzte.

Das Schulungszentrum für ingenieurtechnische Armeespezialisten in Lyck bildet für den Bedarf der polnischen Streitkräfte jüngere Operatoren für Schanzarbeitsmaschinen, Elektroausrüstungen, Kompressoren und Antriebe aus sowie jüngere Spezialisten für die Reparatur ingenieurtechnischer Ausrüstungen und Energieversorgungsanlagen. Das Zentrum schult auch Berufs- und einberufene Unteroffiziere sowie Fähnriche der Reserve. Das Zentrum ging aus den Einheiten hervor, die Masuren von Minen beräumten.

In Groß Schiemanen befindet sich ein Fliegerhorst.