Masuren-Report

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Infrastruktur

1719 wurde in Angerburg eine Feuerspritze angeschafft. 1730 wurden die Straßen mit Laternen versehen, die mit Öllampen betrieben wurden. 1740 bekam Angerburg eine Wasserkunst mit mehreren Entnahmestellen in der Stadt. Die Straßen wurden befestigt.

1754 wurden die Straßen in Willenberg gepflastert.

1845 - 1849 wurde der 5,5 km lange Johannisburgische Kanal errichtet, der den Roschsee mit dem Sextersee und damit mit dem Spirdingsee verbindet. Bei Karwik gleicht eine Schleuse den Niveauunterschied von 1 m aus.

1845 wurde mit dem Bau der Chaussee von Sensburg nach Rößel (polnisch Reszel) begonnen. Nach 1850 wurde ein Netz von Chausseen angelegt, so von Sensburg nach Rhein und rund um Johannisburg.

Ab 1856 gab es eine Schiffsverbindung über den Mauersee. In Angerburg wurde ein Hafen gebaut.

1858 wurde die Chaussee von Angerburg nach Gerdauen (russisch Zeleznodoroznyj) fertig gestellt und 1863 die Chaussee von Sensburg nach Johannisburg gebaut.

1865 wurde die Straßenbeleuchtung von Angerburg auf Petroleumlampen umgestellt.

1867 - 1870 wurde die Chaussee Angerburg - Lötzen gebaut.

Ab 1868 war Lyck über die ostpreußische Südbahn (Länge 178,2 km) mit der Provinzhauptstadt Königsberg verbunden.

1870 wurde die Chaussee von Sensburg nach Rastenburg (polnisch Ketrzyn) gebaut.

1871 wurde die Bahnlinie Königsberg - Lyck bis zum damals russischen Grajewo fortgeführt (weitere 15,2 km). Am Grenzübergang Prostken entstanden umfangreiche Bahnanlagen. Einige Jahre später wurde die Verbindung bis Bialystok geführt (weitere 88,1 km) und damit der Anschluss an die Strecke Berlin - Warschau - Moskau (russisch Moskwa) hergestellt.

1874 erfolgte der Bau einer Chaussee von Sensburg nach Bischofsburg (polnisch Biskupiec Reszelski) und 1878 von Sorquitten nach Bischofsburg.

1879 wurde die von Insterburg (russisch Cernjahovsk) kommende Eisenbahnstrecke Goldap - Lyck über Marggrabowa eingeweiht (Gesamtstreckenlänge 118,9 km). Diese Strecke berührte die Marggrabowaer Kleinbahn mit der Spurweite 1000 mm und einer Gesamtlänge von 43,2 km zwischen Garbassen und Schwentainen.

1880 - 1882 wurde die Chaussee von Soldahnen nach Kruglanken gebaut und nach 1880 die Chaussee von Rastenburg nach Rosengarten.

Am 9. 4. 1881 wurde in Sensburg eine Feuerwehr in Aktion gebracht.

1883 wurde die Eisenbahnstrecke Allenstein - Johannisburg in Betrieb genommen und 1885 die Strecke Johannisburg - Lyck. 1888 erhielt Neidenburg einen Bahnanschluss an die Strecke Hohenstein - Soldau.

1889 wurden die Chausseen Ribben - Nakomniaden, Klein Stamm - Dürwangen (polnisch Wola) und Sensburg - Muntowen gebaut.

1897 wurde in Marggrabowa ein Gaswerk in Betrieb genommen.

1897 wurde die Kleinbahn mit einer Spurweite von 750 mm von Sensburg nach Rastenburg gebaut und die Strecke Angerburg - Goldap (49,9 km) eingeweiht. 1898 wurde die Bahnlinie Rothfließ (polnisch Czerwonka) - Sensburg - Johannisburg eröffnet.

1899 erhielt Passenheim eine Acetylen-Gasanstalt.

1900 wurde die Bahnlinie Neidenburg - Ortelsburg eingeweiht.

1900 wurde in Angerburg ein Gas- und ein Wasserwerk gebaut. Die Stadtbeleuchtung wurde auf Gas umgestellt. Goldap erhielt eine Gasversorgung.

1901 wurde die Eisenbahnstrecke Goldap - Stallupönen (russisch Nesterow) eröffnet.

1905 wurde die Bahnstrecke Johannisburg - Arys eröffnet, die 1906 nach Lötzen weitergeführt wurde.

1905 erhielt Goldap ein Wasserwerk mit Wasserturm und Pumpstation.

1906 wurde in Willenberg ein Elektrizitätswerk errichtet, dem 1907 die Straßenbeleuchtung folgte.

1907 wurden in Johannisburg Wasserleitungen verlegt. Die Stadt erhielt ein Gaswerk.

1907 wurde die Bahnlinie Rastenburg - Angerburg (33,2 km), 1908 Johannisburg - Dlottowen und Marggrabowa - Kruglanken (43,7 km) sowie 1911 Sensburg - Nikolaiken - Arys eröffnet. Es folgte 1913 die Lycker Kleinbahn nach Borschimmen mit Abzweig von Klein Lasken nach Sawadden mit einer Spurweite von 1000 mm sowie 1915 die Strecke von Lyck nach Arys. 1918 wurde die Lycker Kleinbahn von Borschimmen über Kallinowen nach Thurowen weitergeführt. Lyck wurde ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Zu einem weiteren hatte sich Soldau entwickelt.

Es bestand eine Bahnverbindung mit der Spurweite 750 mm zwischen Reimsdorf und Rhein. Zwischen Puppen und Rosoggen wurde durch die Ortelsburger Kleinbahn eine 600 mm breite und 15,4 km lange Strecke betrieben.

1910 - 1912 wurde in Soldau das Wasserleitungsnetz und die Kanalisation errichtet.

1911 erhielt Passenheim ein Wasserwerk.

1920 wurde in Angerburg eine Warmbadeanstalt in Betrieb genommen.

1921 wurde die Straße von Nikolaiken nach Ukta gebaut.

1921 / 1922 wurde Goldap an das Stromversorgungsnetz angeschlossen. Passenheim erhielt 1922 ein Elektrizitätswerk. 1925 wurde Angerburg elektrifiziert.

In Rosengarten gab es zwischen den beiden Weltkriegen eine Freiwillige Feuerwehr.

1927 wurde die Eisenbahnstrecke Goldap - Szittkehmen (polnisch Zytkiejmy) eröffnet.

Es bestanden Eisenbahnverbindungen zwischen Rothfließ und Ortelsburg (52,5 km), zwischen Sensburg und Rudczanny (33,1 km), zwischen Johannisburg und Dlottowen (21,2 km), zwischen Gerdauen über Angerburg nach Kruglanken (58,9 km), zwischen Angerapp (russisch Osjorsk) und Angerburg (37,4 km), zwischen Kruglanken und Lötzen (12,5 km) und zwischen Gumbinnen über Tollmingen (russisch Tschistyje Prudy) und Wehrkirchen (polnisch Zytkiemy) nach Goldap (90,1 km).

1927 - 1928 wurde das Wasserwerk Bialla erbaut.

1930 war Angerburg vollständig an die Kanalisation angeschlossen.

1937 wurden die Chausseen Rudczanny - Weissuhnen, Warpuhnen - Spiegels (polnisch Spiglowka) und Surmowen - Siemanowen fertiggestellt und es wurde mit dem Bau der Chaussee Sorquitten - Heinrichshöfen (polnisch Gromki) - Grabowen begonnen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs begann man schon im Januar 1945 in Soldau, wieder die Versorgung mit Gas und Wasser aufzunehmen. Die Wasserversorgung verfügte über 3 artesische Brunnen und einen Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von 150 m³ Wasser. Die Gasversorgung besaß einen Gaserzeuger.

1951 wurde die Lycker Kleinbahn auf eine Spurweite von 750 mm umgestellt. Bis 1968 erfolgte Dampftraktion, die damals von Dieseltraktion abgelöst wurde. 1995 wurden Straßenbahnschienen verlegt. Die Strecke ist ganz eingestellt, obwohl sie 1991 zum technischen Denkmal erklärt wurde. Unter der Regie der lokalen Behörden wird die Teilstrecke Lyck - Sypittken von Juni - August am Samstag mit einem Museumszug betrieben.

Die Bahnstrecken Lyck - Johannisburg und Lyck - Marggrabowa bieten keinen Personenverkehr mehr. Die Strecke Sensburg - Rastenburg existiert nicht mehr.

Der Fernverkehr in Masuren erfolgt über folgende polnische Staatsstraßen und Wojewodschaftsstraßen:
7 Danzig - Waplitz - Neidenburg - Napierken - Warschau (E 77)
16 Graudenz (polnisch Grudziadz) - Groß Borken - Sensburg - Lyck - Prawdzisken - Augustow
53 Allenstein - Scheufelsdorf - Ortelsburg - Rosoggen - Ostrolenka
57 Bartenstein (Bartoszyce) - Haasenberg - Ortelsburg - Groß Piwnitz - Chorzele
58 Hohenstein - Dluszek - Ortelsburg - Johannisburg - Schwidder - Szczuczyn
59 Lötzen - Sensburg - Rosoggen
63 Raudischken (Rudziski) - Angerburg - Lötzen - Johannisburg - Jeschen - Kisielnica
65 Goldap - Marggrabowa - Lyck - Prostken - Ostrolenk
und über folgende Wojewodschaftsstraßen:
508 Jedwabno - Willenberg
538 Lasin - Wiersbau - Neidenburg - Jedwabno
542 Soldau - Borchersdorf - Reichenau (Rychnowo)
545 Neidenburg - Soldau
591 Langmichels (Michalkowo) - Rudwangen - Sensburg
592 Bartenstein - Martenheim - Lötzen
600 Sensburg - Ortelsburg
601 Nawiadt - Babanten
604 Neidenburg - Willenberg
609 Nikolaiken - Ukta
610 Peitschendorf - Rudczanny
642 Groß Stürlack - Karlshorst
643 Lötzen - Schimonken
650 Barten (Barciany) - Angerburg - Goldap
651 Goldap - Blindgallen - Szittkehmen
652 Kowahlen - Mierunsken - Suwalki
653 Marggrabowa - Borawsken - Suwalki
655 Kampen - Marggrabowa - Groß Czymochen - Suwalki
656 Staßwinnen - Lyck
661 Groß Czymochen - Kallinowen
667 Neuendorf - Bialla
Das Straßennetz Masurens wird durch Kreisstraßen und Straßen unter der Regie von Gemeinden komplettiert.

In Lyck verkehren ganztägig zahlreiche Buslinien innerstädtisch und ins Umland. Fernbusse gehen nach Marggrabowa, Goldap, Augustow und weiteren Orten. Von Johannisburg fahren Stadtbusse ins Umland, so nach Jablon und Karwik, und Fernbusse der Gesellschaft PKS über Land, so nach Jablon, Quicka, Groß Pogobien, Mittel Pogobien, Szeroki Bor und Jeschen. Auch von Lötzen führen Buslinien in alle Richtungen. Von Sensburg kommt man mit Bussen ins Umland und nach Allenstein sowie Warschau. Die PKS-Betriebe in Mlawa und Allenstein unterhalten direkte Autobusverbindungen von Soldau nach Allenstein, Mlawa, Thorn, Warschau, Osterode, Zuromin und Plock.

1973 wurde Soldau an das Erdgasnetz angeschlossen.

Der sich im Eigentum des Amtes für Militärimmobilien befindliche Flugplatz Ortelsburg-Groß Schiemanen, für zivile Zwecke im Leasingverfahren genutzt, wurde vor Jahren mit Flugzeugen im Linien- und Charterverkehr angeflogen. Nachteilig für den Flugbetrieb ist der häufige Nebel am Standort. Die Behörden der Wojewodschaft sondierten die Beteiligung privater Investoren für den Ausbau des Flugplatzes. Es sind dafür Kosten in Höhe von 74 Mio € veranschlagt. Die Hälfte der Investitionssumme soll aus einem regionalen Entwicklungsprogramm kommen, die andere Hälfte soll durch eine bereits in Polen agierende Gesellschaft israelischer Bürger aufgebracht werden. Die Planungen sehen vor, die Startbahn von 2000 m auf 2600 m zu verlängern sowie den Bau eines Passagierterminals und eines Flughafenhotels mit Restaurant. Als tangierende Maßnahmen sind die Modernisierung der Eisenbahnlinie Ortelsburg - Allenstein und der Staatsstraße zwischen beiden Orten vorgesehen. Der Ausbau des Flugplatzes soll 2011 vollendet werden, wobei bereits 2008 schon wieder das erste Flugzeug landen soll. Als ernsthaftes Hindernis für die Realisierung erweist sich die Standortgenehmigung. Die Dokumentation ist noch nicht erarbeitet worden. Groß Schiemanen liegt am Rande der unter Naturschutz stehenden Napiwodaer Heide.
Weitere Flugplätze gibt es in Sensburg und Kruttinnen.

1994 wurde in Lötzen eine moderne Kläranlage in Betrieb genommen.

Die Kreisverwaltung Lyck fordert von der Generaldirektion der Staatsstraßen und Autobahnen Warschau, den Straßenbelag und die Signaltechnik der Staatsstraße 16 innerhalb der Ortschaften zu verbessern.

Die Kreisverwaltung Ortelsburg stellte Mittel bereit, um 2006 die Kreisstraßen zu modernisieren und auszubauen. Unbebautes Land des Ortes Michelsdorf (Gemeinde Passenheim) mit einer Lage 100 m bis zum Ufer des Kalbensees, 2 km bis zur Staatsstraße 53 und 5 km bis Passenheim soll als Wohn- und Gewerbegebiet mit zugehörigen Dienstleistungseinrichtungen erschlossen werden.