Die im Südosten von Ostpreußen liegende Landschaft Masuren ist ein Teil des Preußischen Höhenrückens. Er besteht aus einem eiszeitlichen Endmoränengürtel. Seine höchsten Erhebungen in Masuren sind: Seesker Berg (polnisch Gora Szeska) 309 m, Tannenkopf (Gora Tatarska) 308 m, Goldaper Berg (Gora Goldapska) 272 m, Wispebberg (Zameczna Gora) 268 m, Fanalberg (Slupowa Gora) 248 m, Pfarrberg (Popowa Gora) 247 m, Brandberg (Jastrzebia Gora) 230 m, Lindenberg (Lipowa Gora) 223 m, Pillacker Berge (Gory Pilaki) 219 m, Jablonker Berge (Jablonskie Gory) 207 m, Räuberberg (Gesia Gora) 206 m, Plowczer Berg (Plowiecka Gora) 205 m, Spitzberg (Ostra Gora) 203 m, Teufelsberg (Diablo Gora) 200 m, Anhaltsberg (Lysa Gora) und Monker Berge 191 m, Fichtenberg (Gora Chojniczka) 190 m, Schedlisker Berge 188 m, Stradauner Berge 187 m, Schafsberg (Owcza Gora) 181 m, Hühnerberg (Gora Kokoszka) 180 m, Soldatenberg und Fuchsberg (Gora Lisa) 177 m, Rabenberg (Krucza Gora) 175 m, Ziegeleienhöhe (Cegielnia Gora) 174 m, Saalberg (Pawlocinska Gora) 168 m, Dragonerberg (Gora Dragonier) 164 m, Skomaniberg (Skomeck Gora) 156 m, Schlossberg (Gora Zamkowa) 147 m, Bürknerhöhe (Wzgorza Mazurskie) 145 m, Tatarenberge (Tatary Gory) 144 m, Töpferberg (Zdunowa Gora) 136 m und Weißer Berg (Biala Gora) 132 m.
Südlich davon liegen ausgedehnte Sandflächen, die Ablagerungen eiszeitlicher Schmelzwasserströme darstellen. Dazu gehören mit Kiefernwälder bestandene Heidesandgebiete, so das Waldgebiet der Johannisburger Heide (Puszcza Piska) (1.004,7 km²) und die Ortelsburger Heide.
Nördlich der Linie Jedwabno - Ortelsburg - Nikolaiken - Lyck befindet sich das Hügellandmasuren und südlich davon das Heidelandmasuren.
Im Westen und Nordwesten Masurens liegt das Ermland und im Süden und Südosten Masowien und Podlachien. Heute gehört Masuren zur polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren (polnisch Warmia i Mazury).
Die zahlreichen Seen des waldreichen Masuren bilden die Masurische (Kraina Wielkich Jezior) und die Lycker Seenplatte (Pojezierze Elckie).
Sümpfe und Moore sind in den Kreisen Neidenburg, Ortelsburg, Johannisburg und Lyck anzutreffen.
Die Grenzen Masurens definieren sich nicht durch topografische Elemente wie Gebirgszüge oder Flüsse. Der Landschaftsname Masuren bildete sich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts heraus. Masuren liegt auf dem Gebiet der prußischen Gaue Sassen, Galinden und Sudauen. Das damit definierte Gebiet reichte jedoch südlich und östlich über die Grenzen Masurens hinaus. Zur Ordenszeit wurde Masuren in Komtureien gegliedert. Die einzelnen Komtureien gründeten jedoch auf Gebiete des Ordensstaates, die zuerst kolonisiert waren. Diesen wurden Gebiete Masurens zugeschlagen, um die Kolonisierung Masurens voranzutreiben. Auch zum Ende des 19. Jahrhunderts bildete Masuren keine administrative Einheit. Die Kreise Neidenburg und Ortelsburg gehörten zum Regierungsbezirk Königsberg (russisch Kaliningrad), ab 1905 zum neu gebildeten Regierungsbezirk Allenstein (polnisch Olsztyn), die Kreise Angerburg, Goldap, Johannisburg, Lötzen, Lyck, Oletzko und Sensburg zum Regierungsbezirk Gumbinnen (russisch Gusev). Die südliche und östliche Grenze zu Masowien und Litauen hat sich seit dem 14. Jahrhundert nicht verändert, obwohl diese Gebiete entweder das selbstständige Herzogtum Masowien und das Großfürstentum Litauen, die polnisch-litauische Union oder Teile des zaristischen Russlands bildeten. Zum Ermland war die Grenzdefinition durch eine konfessionelle Trennung zwischen evangelischen Masuren und katholischen Ermländern gegeben. Diese Trennungslinie ist heutzutage in der gemeinsamen katholischen Wojewodschaft nicht mehr zu erkennen.
Oft rechnen sich außermasurische Orte zu Masuren, um Touristen anzulocken, zumal wenn sie über die gleichen Vorzüge verfügen, wie Seen und Wälder und weitgehend intakte Umwelt. Die Polen definieren heute Masuren ohne Beachtung der historischen Grenzen allgemein als Landschaft im Nordosten Polens, die reich an Wäldern und Seen ist und wo man im Urlaub reiten, segeln und Rad fahren kann.