
Restaurant auf dem Lyck-See
Lyck ist das Zentrum von Ostmasuren. Es liegt 132 m hoch am Lycksee und am Lyckfluss, eingebettet in das Waldgebiet Lycker Forst (polnisch Lasy Baranskie). Lyck liegt inmitten des Grundmoränengebiets Lycker Ebene (polnisch Rownina Elcka).
Seit 1425 besaß Lyck das Dorfprivileg. 1669 erhielt es das Stadtrecht. 1818 wurde Lyck Kreisstadt. Lyck hatte 1939 16.500 Einwohner. Heute hat es durch Zuzug und Eingemeindungen über 50.000 Einwohner und wächst weiter. Vor allem im Stadtteil Sybba sind große Plattenbau-Wohnsiedlungen entstanden. Ein Drittel der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt. Die Arbeitslosenquote beträgt 9,9 Prozent. Sie ist in der Altersgruppe 25 - 34 Jahre und unter den Ungelernten besonders hoch.
Im Stadtbild findet man zahlreiche Jugendstilhäuser, zum Teil noch nicht restauriert, und andere Bauten aus deutscher Zeit. Lyck wurde jedoch 1944 durch Bombenangriffe erheblich zerstört.
Das bekannteste Gebäude ist die ehemalige evangelische Herz-Jesu-Kirche, inzwischen durch Papst Johannes Paul II. in den Rang einer katholischen Adalbert-Kathedrale erhoben. Um 1550 wurde die erste Kirche erbaut. Auf den Resten dieser 1651 abgebrannten Kirche wurde 1688 ein Neubau errichtet, der 1850 wegen Baufälligkeit einem zweiten Neubau weichen musste. Nach der Zerstörung im 1. Weltkrieg war ein dritter Neubau 1920 - 1925 notwendig. Dieser Bau wurde 1956 gründlich renoviert.
Lötzen
Lötzen hatte 1939 13.000 Einwohner und ist heute auf 32.000 Einwohner angewachsen. Es liegt auf einer Landenge zwischen dem Löwentinsee und dem Kissain-See. Beide Seen sind hier durch einen Kanal verbunden.
Bereits die Prußen errichteten eine kleine hölzerne Wehranlage. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt die damals Neuendorf genannte Siedlung Privilegien und 1612 der inzwischen Lötzen genannte Ort das Stadtrecht. 1820 wurde Lötzen Kreisstadt.
Teile des Ordensschlosses aus dem 15. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Das Schloss war nach der Reformation Sitz der Landesfürsten.
Nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel wurde 1827 die evangelische Kirche errichtet (1881 restauriert). Auf dem Deckel des Taufbeckens befand sich eine kleine Statue von Martin Luther. Der neue Pfarrer hat sie in die Sakristei verbannt, den Deckel des Taufbeckens schmückt jetzt ein Blumenstrauß.
Ein besonderes Bauwerk des 19. Jahrhunderts ist die Drehbrücke über den Lötzener Kanal.
Lötzen wurde bereits im 1. Weltkrieg schwer und dann im 2. Weltkrieg zur Hälfte zerstört. Dennoch sind Bürgerhäuser aus der Zeit des endenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts in einigen Straßen der Stadtmitte gut erhalten geblieben.
Ein interessantes Militärbauwerk ist die von 1844 - 1848 erbaute und nach dem preußischen Kriegsminister Generalfeldmarschall Hermann von Boyen (1771 - 1848) benannte Feste Boyen. Von Boyen reformierte das preußische Militär. Die Feste ist im Grundriß eines unregelmäßigen Mehrecks errichtet und hat 6 Bastionen, kilometerlange Wälle und meterdicke Mauern. Sie wurde im 1. Weltkrieg von den Russen belagert, aber nicht eingenommen. Im 2. Weltkrieg wurde sie ohne Kampfhandlungen den russischen Truppen übergeben. Heutzutage wird die Anlage friedlich genutzt: Clubs, Cafes, Freilichtbühne, Jugendherberge, Heimatmuseum. Eine gemeinnützige Gesellschaft engagiert sich für den Komplex.
Von Lötzen aus unternimmt die "Weiße Flotte" Schiffsfahrten nach einem festen Fahrplan nach Angerburg, durch die Verbindungskanäle nach Nikolaiken, zum Niedersee und nach Johannisburg. Außerdem werden Ausflugsfahrten zum Kissain- und Doben-See organisiert (sogenannte "Schwanen-Tour" zu den Brutplätzen vieler wilder Schwäne und rund um die "Kormoraninsel").
Ortelsburg
Die Kreisstadt, 149 m hoch, liegt am Hausensee und hatte 1939 14.234 Einwohner, 1984 etwa 25.000 Einwohner. Sie wurde 1581 gegründet, erhielt 1616 städtische Rechte und 1723 das Stadtrecht im eigentlichen Sinn.
Sensburg
Sensburg hat etwa 22.500 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiges Ferienzentrum. Sensburg wurde 1348 gegründet. Anfang des 15. Jahrhunderts erhielt Sensburg die Stadtrechte, am 1. 9. 1818 wurde es Kreisstadt.
Soldau
Die Stadt wurde 1344 gegründet. Soldau hatte 1940 5.349 Einwohner und 2007 21.644 Einwohner.
Johannisburg
Johannisburg hatte 1900 3.481 Einwohner, 1939 5.725 Einwohner und hat heute 19.375 Einwohner. Es liegt am Ostrand der Johannisburger Heide, wo der Pissek aus dem Roschsee entspringt. 1367 erhielt die an der gleichnamigen Ordensburg entstandene Siedlung das Lokationsprivileg. 1645 wurde Johannisburg das Stadtrecht verliehen. Das Rathaus und einige Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert blieben erhalten. Man kann von Johannisburg Schiffsausflüge unternehmen.
Marggrabowa
In der Stadt leben 17.000 Einwohner, der Gemeindeverband umfasst 21.500 Einwohner. Die Stadt wurde 1560 gegründet. Bis 1975 war sie Kreisstadt. Marggrabowa hatte mit über 5,5 ha den größten Marktplatz Deutschlands.
Goldap
Die ab 1570 planmäßig angelegte Stadt Goldap hatte 1939 12.800 Einwohner. Heute leben hier 13.900 Einwohner. Goldap beherbergte den zweitgrößten Marktplatz Deutschlands. 1818 wurde Goldap Kreisstadt.
Neidenburg
Neidenburg liegt an der Neide und wurde 1381 Stadt. Seit 1818 Kreisstadt, hatte Neidenburg 1940 9.201 Einwohner und heute 11.000 Einwohner. Neidenburg hat ein gut erhaltenes Deutschordensschloss. Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört.
Nikolaiken

Blick auf Nikolaiken
Nikolaiken hatte 1938 2.700 Einwohner. Inzwischen wohnen hier 5.000 Menschen. Es liegt 120 m hoch am Talter Gewässer und am Nikolaiker See am Eingang zum Spirdingsee.
Nikolaiken, 1444 erstmals urkundlich erwähnt, ging aus 3 Orten hervor: Nickelsdorf, Koniec und Koslau. 1726 erhielt es das Stadtrecht.
Die Stadt ist der bekannteste Ferienort in Masuren (Yachthafen, Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Restaurants, Cafes, Shopping). Wegen seiner Brücken und Stege wird Nikolaiken Venedig Masurens genannt. Reizvoll sind Fahrten mit der "Weißen Flotte", beispielsweise nach Rudczanny, nach Lötzen oder eine Rundfahrt über den Spirdingsee.
Auf dem Marktplatz steht ein Brunnen mit der Figur eines Stinthengstes (großer gekrönter Fisch, auch Renkenkönig genannt). Der Stinthengst ist auch an einem Pfeiler einer Brücke und am Ufer zu sehen.
Die evangelische Kirche wurde 1842 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtet.
